Games’n’Politics – Folge 45 – Der Fall „Syndicate“: Videospiel-Verbote

2012 wurde der First-Person-Shooter „Syndicate“ von Publisher „Electronic Arts“ durch die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ indiziert. Durch die Aufnahme in „Listenteil A“ unterliegt „Syndicate“ in Deutschland einem Werbeverbot, was de facto einem Verkaufsverbot entspricht: das Spiel ist nicht auf dem deutschen Markt erschienen.

Im Video zeige ich, wie es zur Indizierung des Spiels kam, welche Argumente der verschiedenen Seiten es gab und welche Kritik es allgemein am deutschen Jugendmedienschutz gibt – siehe hier. Außerdem schildere ich den Fall auch nochmal hier in einem Artikel auf „VideoGameTourism“.

Baden (CH), Telgte, Hamburg

In den kommenden September-Wochen bin ich mal wieder viel unterwegs und erstmals geht es für mich dabei für eine Veranstaltung auch über die deutsche Grenze hinaus: im schweizerischen Baden nahe Zürich nehme ich an einer Podiumsdiskussion über Kriegs-Unterhaltungsmedien im Rahmen des „Fantoche“-Festivals teil. In der Woche darauf geht es in meine Heimatstadt, um dort – klassisch – etwas über Militär-Werbung zu erzählen. Und Mitte September werde ich in Hamburg auf der „Play 14“ einen Workshop zu „Ideologien in Videospielen“ durchführen. Über viele Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen würde ich mich sehr freuen! Hier die Termine im Überblick:

5. September 2014 / 15.30Uhr / „Feldzug der animierten Medien“ – InputVortrag und Podiumsdiskussion / Cinema Sterk (Bahnhofstraße 22), Baden (Schweiz) / Website zur Veranstaltung

11. September 2014 / 19.30Uhr / „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ – Vortrag und Diskussion / Bürgerhaus (Baßfeld 9), Telgte

18. September 2014 / 14.15Uhr / „Ideologie in Videospielen“ – Workshop / Justizvollzugsschule (Drehbahn 36), Hamburg / Website zur Veranstaltung

Games’n’Politics – Folge 44 – gamescom 2014-Rückblick: Frauen, Waffen und die Telekom

Insgesamt 335.000 Besucher kamen Mitte August zur diesjährigen gamescom, der größten Videospielmesse der Welt in Köln. Rund 700 Aussteller präsentierten ihre aktuellen Spiele, Hardware und andere Neuigkeiten. Wie in jedem Jahr war auch diese gamescom ein riesen Games-Fest – ganz getreu dem Motto der Messe: „Celebrate the games!“

Mit nüchternem Blick offenbaren sich aber auch kritikwürdige Punkte rund um die Messe: überfüllte Hallen, schier endlose Warteschlangen, problematische Werbestrategien mancher Videospiel- und Hardware-Hersteller, Kooperationen zwischen Videospiel-Medien und der Industrie sowie die Präsenz der deutschen Armee zur Rekruten-Werbung. Meinen Blick auf die Messe schildere ich hier in einem Artikel auf „VideoGameToursim“ und hier im neuesten „Games and Politics“-Video!

Willst du mit uns spielen?

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 7. August 2014

- Die deutsche Armee hat Nachwuchssorgen und wirbt daher auch Kinder und Jugendliche. Das empört nicht nur Kinderschutzorganisationen, sondern selbst die Vereinten Nationen -

Der Bundeswehr fehlen die Rekruten. Und zwar nicht erst seit dem Aussetzen der Wehrpflicht. Doch aktuell müssen die Nachwuchssorgen bei der deutschen Armee so groß sein wie nie zuvor. Der Werbeetat ist mittlerweile auf den Rekordwert von 30 Millionen Euro geklettert. Jedes Jahr trommeln die „Karriereberater“ und „Jugendoffiziere“ auf Tausenden Veranstaltungen für die Armee – und ködern mit fragwürdigen Methoden auch Kinder und Jugendliche.
Dabei hat Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und das Zusatzprotokoll „Kinder in bewaffneten Konflikten“ unterzeichnet. Das Anwerben von Minderjährigen ist zwar nicht ausdrücklich verboten, aber der Grundgedanke ist klar: Kinder sollten aus militärischen Konflikten herausgehalten werden. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik jetzt für ihre Praxis mit dem zuständigen UN-Ausschuss Ärger bekommen hat.

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„Iron Man“ meets „Bundeswehr“ – Fotos von der Videospiel-Messe „gamescom“ 2014 in Köln

Auch in diesem Sommer fand in Köln wieder die weltgrößte Videospiel-Messe „gamescom“ statt – und wie immer stellte nicht nur die Unterhaltungsindustrie militärisches Equipment aus sondern auch das deutsche Militär selbst.

Meine Fotos von der Messe gibt es hier auf meiner flickr-Seite!

Games’n’Politics – Folge 43 – Quo vadis Videospiel-Journalismus?

Videospiel-Journalismus in der Krise? Die Auflagen von Zeitschriften wie „GameStar“, „PC Games“, „ComputerBildSpiele“ und anderen befinden sich im freien Fall. Viele Gamer scheinen mit der Art der Berichterstattung unzufrieden zu sein: zu oberflächlich und zu industrienah sind nur zwei Kritikpunkte.

Der ehemalige „GameStar“-Chefredakteur Christian Schmidt forderte bereits 2011 einen intelligenteren und „neuen“ Videospiel-Journalismus im deutschsprachigen Raum. Seitdem hat sich einiges getan – doch es gibt auch Probleme. Einen Artikel von mir zu dem Thema gibt es hier auf „VideoGameTourism“, ein“Games and Politics“-Video dazu hier.

Krachend gescheitert

erschienen als „IMI-Studie 2014/04″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

- Demokratisierungsrhetorik und Besatzungsrealität in Afghanistan -

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht vollkommen sicher, ob sich die westlichen Truppen Ende 2014 tatsächlich wie zuletzt angekündigt vollständig aus Afghanistan zurückziehen werden. Dennoch ist eine – wenn auch vorläufige – Bilanz des 13jährigen Krieges dringend erforderlich. Allein die bisherigen finanziellen und menschlichen Kosten des Einsatzes waren für den Westen enorm: So starben bislang über 3.500 westliche Soldaten in einem Krieg, für den die USA einschließlich des Haushaltsjahres 2014 insgesamt 707 Mrd. Dollar und Deutschland über 8. Mrd. Euro aufgewendet haben, wobei es sich hier nur um die direkten Kosten handelt, während die indirekten Ausgaben bei weitem höher liegen.
Ungleich fataler wirkt sich der Krieg allerdings auf Afghanistan und vor allem seine Bevölkerung aus. Doch glaubt man dem regelmäßig erscheinenden „Fortschrittsbericht Afghanistan“ der Bundesregierung, war es das alles „wert“. Obwohl es teils natürlich noch Verbesserungsspielraum gäbe, seien in allen relevanten Bereichen große Fortschritte erzielt worden, so auch der Tenor des jüngsten Berichts vom Januar 2014. In ihm werden vier „Hauptziele“ genannt, die es zu verwirklichen gelte: „(1) Herstellung von Sicherheit, (2) Stärkung demokratischer Strukturen, (3) Förderung von Wirtschaftswachstum und (4) Förderung von Rechtsstaatlichkeit sowie Stärkung von Menschenrechten, insbesondere Frauenrechten.“

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Veranstaltung in Celle

Im Rahmen der Aktionen gegen den „Celler Trialog“ halte ich am kommenden Montag einen Vortrag über „Bundeswehr-Werbung“ in Celle:

4. August 2014 / 19Uhr / „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ – Vortrag und Dis­kus­si­on / „Das Büro“ (Neustadt 52), Celle / Website zur Veranstaltung

Games’n’Politics – Folge 42 – Gesellschaftskritik in Zombie-Spielen

Zombies in Videospielen? Dumpfes Gemetzel oder Metapher für politische Lagen und gesellschaftliche Zustände? Diesen Fragen gehe ich in der neuesten Folge von „Games and Politics“ nach.

Als Experte für „Zombies in Unterhaltungsmedien“ stand mir Christian Köhler, Medienwissenschaftler und Zombologen an der Universität Paderborn dankenswerterweise zur Verfügung. Einen kurzen Artikel zum Video gibt es von mir hier auf „VideoGameTourism“. Zum YouTube-Video geht es hier!

Veranstaltung in Weiden

Morgen geht’s für mich nach Bayern um auf Einladung der GEW etwas über die „Bundeswehr an Schulen“ zu erzählen – über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine gute Diskussion im Anschluss des Vortrags würde ich mich wie immer sehr freuen!

23. Juli 2014 / 14.30Uhr / „Soldaten im Klassenzimmer – Die Bundeswehr an Schulen“ – Vortrag und Dis­kus­si­on / Schülercafé Scout (Bürgermeister-Prechtl-Straße 48), Weiden in der Oberpfalz / Facebook-Seite zur Veranstaltung



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