Willst du mit uns spielen?

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 7. August 2014

- Die deutsche Armee hat Nachwuchssorgen und wirbt daher auch Kinder und Jugendliche. Das empört nicht nur Kinderschutzorganisationen, sondern selbst die Vereinten Nationen -

Der Bundeswehr fehlen die Rekruten. Und zwar nicht erst seit dem Aussetzen der Wehrpflicht. Doch aktuell müssen die Nachwuchssorgen bei der deutschen Armee so groß sein wie nie zuvor. Der Werbeetat ist mittlerweile auf den Rekordwert von 30 Millionen Euro geklettert. Jedes Jahr trommeln die „Karriereberater“ und „Jugendoffiziere“ auf Tausenden Veranstaltungen für die Armee – und ködern mit fragwürdigen Methoden auch Kinder und Jugendliche.
Dabei hat Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und das Zusatzprotokoll „Kinder in bewaffneten Konflikten“ unterzeichnet. Das Anwerben von Minderjährigen ist zwar nicht ausdrücklich verboten, aber der Grundgedanke ist klar: Kinder sollten aus militärischen Konflikten herausgehalten werden. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik jetzt für ihre Praxis mit dem zuständigen UN-Ausschuss Ärger bekommen hat.

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„Iron Man“ meets „Bundeswehr“ – Fotos von der Videospiel-Messe „gamescom“ 2014 in Köln

Auch in diesem Sommer fand in Köln wieder die weltgrößte Videospiel-Messe „gamescom“ statt – und wie immer stellte nicht nur die Unterhaltungsindustrie militärisches Equipment aus sondern auch das deutsche Militär selbst.

Meine Fotos von der Messe gibt es hier auf meiner flickr-Seite!

Games’n’Politics – Folge 43 – Quo vadis Videospiel-Journalismus?

Videospiel-Journalismus in der Krise? Die Auflagen von Zeitschriften wie „GameStar“, „PC Games“, „ComputerBildSpiele“ und anderen befinden sich im freien Fall. Viele Gamer scheinen mit der Art der Berichterstattung unzufrieden zu sein: zu oberflächlich und zu industrienah sind nur zwei Kritikpunkte.

Der ehemalige „GameStar“-Chefredakteur Christian Schmidt forderte bereits 2011 einen intelligenteren und „neuen“ Videospiel-Journalismus im deutschsprachigen Raum. Seitdem hat sich einiges getan – doch es gibt auch Probleme. Einen Artikel von mir zu dem Thema gibt es hier auf „VideoGameTourism“, ein“Games and Politics“-Video dazu hier.

Krachend gescheitert

erschienen als „IMI-Studie 2014/04″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

- Demokratisierungsrhetorik und Besatzungsrealität in Afghanistan -

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht vollkommen sicher, ob sich die westlichen Truppen Ende 2014 tatsächlich wie zuletzt angekündigt vollständig aus Afghanistan zurückziehen werden. Dennoch ist eine – wenn auch vorläufige – Bilanz des 13jährigen Krieges dringend erforderlich. Allein die bisherigen finanziellen und menschlichen Kosten des Einsatzes waren für den Westen enorm: So starben bislang über 3.500 westliche Soldaten in einem Krieg, für den die USA einschließlich des Haushaltsjahres 2014 insgesamt 707 Mrd. Dollar und Deutschland über 8. Mrd. Euro aufgewendet haben, wobei es sich hier nur um die direkten Kosten handelt, während die indirekten Ausgaben bei weitem höher liegen.
Ungleich fataler wirkt sich der Krieg allerdings auf Afghanistan und vor allem seine Bevölkerung aus. Doch glaubt man dem regelmäßig erscheinenden „Fortschrittsbericht Afghanistan“ der Bundesregierung, war es das alles „wert“. Obwohl es teils natürlich noch Verbesserungsspielraum gäbe, seien in allen relevanten Bereichen große Fortschritte erzielt worden, so auch der Tenor des jüngsten Berichts vom Januar 2014. In ihm werden vier „Hauptziele“ genannt, die es zu verwirklichen gelte: „(1) Herstellung von Sicherheit, (2) Stärkung demokratischer Strukturen, (3) Förderung von Wirtschaftswachstum und (4) Förderung von Rechtsstaatlichkeit sowie Stärkung von Menschenrechten, insbesondere Frauenrechten.“

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Veranstaltung in Celle

Im Rahmen der Aktionen gegen den „Celler Trialog“ halte ich am kommenden Montag einen Vortrag über „Bundeswehr-Werbung“ in Celle:

4. August 2014 / 19Uhr / „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ – Vortrag und Dis­kus­si­on / „Das Büro“ (Neustadt 52), Celle / Website zur Veranstaltung

Games’n’Politics – Folge 42 – Gesellschaftskritik in Zombie-Spielen

Zombies in Videospielen? Dumpfes Gemetzel oder Metapher für politische Lagen und gesellschaftliche Zustände? Diesen Fragen gehe ich in der neuesten Folge von „Games and Politics“ nach.

Als Experte für „Zombies in Unterhaltungsmedien“ stand mir Christian Köhler, Medienwissenschaftler und Zombologen an der Universität Paderborn dankenswerterweise zur Verfügung. Einen kurzen Artikel zum Video gibt es von mir hier auf „VideoGameTourism“. Zum YouTube-Video geht es hier!

Veranstaltung in Weiden

Morgen geht’s für mich nach Bayern um auf Einladung der GEW etwas über die „Bundeswehr an Schulen“ zu erzählen – über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine gute Diskussion im Anschluss des Vortrags würde ich mich wie immer sehr freuen!

23. Juli 2014 / 14.30Uhr / „Soldaten im Klassenzimmer – Die Bundeswehr an Schulen“ – Vortrag und Dis­kus­si­on / Schülercafé Scout (Bürgermeister-Prechtl-Straße 48), Weiden in der Oberpfalz / Facebook-Seite zur Veranstaltung

Rezensionen, Interviews und ein Video

Wahnsinn, was gerade passiert! Es gibt drei neue Rezensionen meines „Virtuellen Schlachtfeld“-Buchs, womit die Zahl der Rezensionen auf 12 steigt! Zwölf!
„Das Buch zeigt die eigentlich gefährliche Seite sogenannter Killerspiele“, wird das Thema des Buchs auf verqueert gelobt – siehe hier. In einer weiteren Besprechung findet der von mir sehr geschätzte Buch-Autor Peter Bürger, der mit seinen Büchern über Militainment quasi den Grundstein zu meiner Arbeit über Militär und Medien gelegt hat, sehr positive Worte für das Buch:

„Michael Schulze von Glaßer erschließt als freier Autor einen imponierenden Querschnitt durch das schier unübersehbare Sortiment der Videospiele mit Militärbezügen und zeigt mit seinem Ansatz, dass Alternativen zum Rezensions-Quark der neoliberalistischen Ära und zum „medienpädagogischen“ Formalismus des letzten Jahrzehnts möglich sind. Eine Empfehlung sei vorab ausgesprochen. Wer sich als Spieler, Medienforscher, Pädagoge oder Pazifist mit dem Krieg an Spielkonsole oder PC-Bildschirm kritisch auseinandersetzen möchte, sollte dieses Buch zur Hand nehmen und lesen.“

Bürgers Rezension kann hier nachgelesen werden. Und auch in der letzten Rezension, diesmal von David Redelberger, kommt das Buch sehr gut weg:

„Wir sollen an Kriege gewöhnt werden. Zunehmend werden Auslandseinsätze der Bundeswehr beschlossen. Das Buch zeigt, wie diese Gewöhnung am Bildschirm stattfindet. […] Der Themenkomplex Militär-Rüstung-Videospiel braucht mehr kritische Aufmerksamkeit und dieses Buch ist ein sehr lesenswerter Einstieg.“

Die Rezension kann hier abgerufen werden. Dazu passend gibt es auch noch ein Interview.
Sowieso war ich in den letzten Wochen öfters Ansprechpartner für Medien, die über Militär-Videospiele berichten wollten. So wurde ich für einen Beitrag über Waffen-Lizenzen in Videospielen bei DRadio Wissen interviewt – hier nachzuhören. Auch der Radiosender EinsLive hat mich zu diesem Thema kürzlich befragt – hier zu hören.
Und dann war da noch ein Video von Thomas Goik vom Gaming-Magazin „Giga“ unter dem Titel „YouTube: Gaming-Kanäle, die ihr kennen solltet“. Gleich in der ersten Folge seines neuen Videoformats hat er meinen YouTube-Kanal „Games and Politics“ vorgestellt – und die Abo- und Aufrufzahlen sind durch die Decke gegangen. Waren es am 15. Juli noch 700 AbonnentInnen, sind es gerade schon über 2.000 – der Wahnsinn! Und eine tolle Motivation weitere Videos zu machen!

Games’n’Politics – Folge 40 und 41 – Gaming the Great War

Der Erste Weltkrieg jährt sich in diesem Jahr zum einhundertsten Mal. Passend zu diesem Anlass erschien kürzlich das „UbiSoft“-Videospiel „Valiant Hearts: The Great War“. Genug Gründe mal einen näheren Blick auf aktuelle Videospiele mit „Erster Weltkriegs-Setting“ zu werfen.

In „Games and Politics“-Folge 40 stelle ich daher einige Spiele mit „Erster Weltkriegs-Setting“ vor – neben „Valiant Hearts“ auch die Spiele „Verdun“ und „Rise of Flight“. Außerdem geht es in dem Video noch um Zahlen-Wertungen im deutschsprachigen Games-Journalismus. Doch damit nicht genug!

In einer weiteren neuen „Games and Politics“-Folge habe ich den Kulturwissenschaftler und Videopsiel-Buchautor Christian Huberts zu Weltkriegs-Spielen interviewt.

Hier geht’s zur Folge 40!

Und hier zur Folge 41!

WDR-Interview und neue Rezension

Und schon wieder gibt es Neuigkeiten rund um mein Buch: am Montag war ich beim WDR in Köln zu einem Live-Interview über Militär-Videospiele eingeladen. Das Gespräch kann hier nachgehört werden.
Außerdem ist auf der Website des Computermagazins „Chip“ eine Rezension über „Das virtuelle Schlachtfeld“ erschienen. Rezensent Jan Hoppe schreibt:

„Zusammenfassend kann ich sagen, dass das virtuelle Schlachtfeld speziell im deutschschprachigen Raum eine wichtige Veröffentlichung ist. Die zunehmenden Anknüpfungen zwischen Spielen und dem militärisch-industriellen Komplex sind erschreckend und verdienen unbedingt mehr Aufmerksamkeit. Schulze von Glaßer ist es gelungen, hierfür einen äußerst lesenswerten Beitrag zu leisten, welcher für Spieler ebenso wie für Nichtspieler ein Augenöffner sein dürfte.“

Hoppe bewertet das Buch mit fünf von fünf „C“ – die vollständige Rezension samt Bewertung ist hier zu lesen. Ich freue mich, dass das Buch so gut ankommt und das Thema der „Militär-Videospiele“ langsam auch von größeren Medien wahrgenommen wird!



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (9)
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