Militärfirma sucht Drohnenpiloten

erschienen am 30. Oktober 2014 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Ein deutsches Unternehmen suchte vor kurzem Drohnen-Piloten: die Ausbildung solle in den USA und in der Ukraine stattfinden, der Einsatz im Irak und in anderen Krisenregionen -

„Wir suchen dringend, ab sofort und schnellst möglich mindestens 3/5 Hubschrauberpiloten und 4/6 Fluggerätemechaniker, nach Möglichkeit mit militärischer Erfahrung“, hieß es vor wenigen Wochen auf der Facebook-Seite eines deutschen Militärdienstleisters. Bewerber würden auf eine Helikopter-Drohne umgeschult: Die Piloten der Aufklärungsdrohne, die gestochen scharfe Bilder liefert, sollen laut Stellenausschreibung zwei Monate bei „Boeing“ in den USA ausgebildet werden und anschließend einen „Praxis-Ausbildungsmonat in der Ukraine“ durchlaufen. Ein deutscher Militärdienstleister mit Drohnen im Krisenland Ukraine?

weiterlesen

Fremde Legion

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 23. Oktober 2014

- Die deutsche Firma Asgaard schickt Söldner in den Nordirak und pflegt enge Kontakte zu rechten Parteien. Nach außen gibt sie sich verschlossen -

Ist die Bundeswehr im Nordirak aktiv? Auf den Bildern im Internet sieht es fast so aus. Kräftige Männer tragen beigefarbene Schutzwesten mit Deutschlandfahne auf Brust und Schulter. Doch in Wirklichkeit sind das keine deutschen Soldaten, sondern deutsche Söldner. Einer von ihnen ist Petja Stoy. Der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Asgaard stellt sich bei Facebook gern öffentlich zur Schau. Ein Foto zeigt ihn bei bestem Wetter mit Sonnenbrille in einer kargen, hügeligen Landschaft. Quer durch das Bild zieht sich der Lauf eines schweren Maschinengewehrs. Die Aufnahme entstand Ende September in einer Stellung der kurdischen Peschmerga in Makhmur, 50 Kilometer südwestlich der irakischen Stadt Erbil. Makhmur wurde Anfang August nach heftigen Kämpfen vom Islamischen Staat erobert. Nach US-Luftschlägen konnten die Kurden die Stadt zurückerobern. Noch heute ist Makhmur eine Frontstadt.

weiterlesen

Fotos vom Protest gegen TTIP in Kassel

Im Rahmen des europäischen Aktionstags gegen das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA gingen auch im nordhessischen Kassel hunderte Menschen auf die Straße.

Meine Fotos vom Protest gibt es hier auf meiner flickr-Seite.

Stillgestanden? Zum Angriff!

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 2. Oktober 2014

- Die aktuelle Diskussion hilft jenen, die von einer Bundeswehr träumen, die weltweit im Einsatz ist -

Die Bundeswehr ist kaputt. Und das ZDF schlägt daraus Kapital. In der satirischen Heute-show spricht Moderator Oliver Welke über „Uschis Resterampe“ und witzelt: „Viele Panzer werden nur noch von Tesafilm und von der Leyens Haarspray zusammengehalten.“ Das Publikum lacht. Über die Armee. Über die Hubschrauber, die nicht fliegen. Über die U-Boote, die nicht tauchen. Über die Ersatzteile, die nicht bestellt werden durften und nun so dringend fehlen. Gute Zeiten für Friedensbewegte, sollte man meinen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Seit Tagen diskutieren Politiker aller Couleur über die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Losgetreten wurde die Debatte durch die Inspekteure von Heer, Luftwaffe und Marine. Sie präsentierten dem Verteidigungsausschuss des Bundestags einen zehnseitigen Bericht zur „materiellen Einsatzbereitschaft der Teilstreitkräfte“. Eigentlich hätte man die darin öffentlich gemachten Mängel durchaus als ein Eingeständnis verfehlter Politik lesen können. Doch die Inspekteure hatten keine Scheu. Sie erahnten wohl die Reaktionen, die folgen würden. Es war ein geschicktes Manöver, um für mehr Geld und eine bessere Ausstattung zu werben.

weiterlesen

Halle (Saale), Berlin (Spree), Frankfurt (Main)

Die nächsten Veranstaltungen stehen an – diesmal zum Thema Militär-Videospiele und den Verbindungen der Videospielbranche zu den realen Streitkräften und der Rüstungsindustrie:

30. Sep­tem­ber 2014 / 19 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ – Vor­trag und Dis­kus­si­on / Linker Laden (Leitergasse 4), Halle (Saale) / Website zur Veranstaltung

4. Oktober 2014 / 17 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ – Vor­trag und Dis­kus­si­on / Haus der Demokratie und Menschenrechte (Greifswalder Straße 4), Berlin / Website zur Veranstaltung

6. Oktober 2014 / 20 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ – Vor­trag und Dis­kus­si­on / Café ExZess (Leipziger Straße 91), Frankfurt (Main) / Website zur Veranstaltung

Games’n’Politics – Folge 45 – Der Fall „Syndicate“: Videospiel-Verbote

2012 wurde der First-Person-Shooter „Syndicate“ von Publisher „Electronic Arts“ durch die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ indiziert. Durch die Aufnahme in „Listenteil A“ unterliegt „Syndicate“ in Deutschland einem Werbeverbot, was de facto einem Verkaufsverbot entspricht: das Spiel ist nicht auf dem deutschen Markt erschienen.

Im Video zeige ich, wie es zur Indizierung des Spiels kam, welche Argumente der verschiedenen Seiten es gab und welche Kritik es allgemein am deutschen Jugendmedienschutz gibt – siehe hier. Außerdem schildere ich den Fall auch nochmal hier in einem Artikel auf „VideoGameTourism“.

Baden (CH), Telgte, Hamburg

In den kommenden September-Wochen bin ich mal wieder viel unterwegs und erstmals geht es für mich dabei für eine Veranstaltung auch über die deutsche Grenze hinaus: im schweizerischen Baden nahe Zürich nehme ich an einer Podiumsdiskussion über Kriegs-Unterhaltungsmedien im Rahmen des „Fantoche“-Festivals teil. In der Woche darauf geht es in meine Heimatstadt, um dort – klassisch – etwas über Militär-Werbung zu erzählen. Und Mitte September werde ich in Hamburg auf der „Play 14“ einen Workshop zu „Ideologien in Videospielen“ durchführen. Über viele Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen würde ich mich sehr freuen! Hier die Termine im Überblick:

5. September 2014 / 15.30Uhr / „Feldzug der animierten Medien“ – InputVortrag und Podiumsdiskussion / Cinema Sterk (Bahnhofstraße 22), Baden (Schweiz) / Website zur Veranstaltung

11. September 2014 / 19.30Uhr / „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ – Vortrag und Diskussion / Bürgerhaus (Baßfeld 9), Telgte

18. September 2014 / 14.15Uhr / „Ideologie in Videospielen“ – Workshop / Justizvollzugsschule (Drehbahn 36), Hamburg / Website zur Veranstaltung

Games’n’Politics – Folge 44 – gamescom 2014-Rückblick: Frauen, Waffen und die Telekom

Insgesamt 335.000 Besucher kamen Mitte August zur diesjährigen gamescom, der größten Videospielmesse der Welt in Köln. Rund 700 Aussteller präsentierten ihre aktuellen Spiele, Hardware und andere Neuigkeiten. Wie in jedem Jahr war auch diese gamescom ein riesen Games-Fest – ganz getreu dem Motto der Messe: „Celebrate the games!“

Mit nüchternem Blick offenbaren sich aber auch kritikwürdige Punkte rund um die Messe: überfüllte Hallen, schier endlose Warteschlangen, problematische Werbestrategien mancher Videospiel- und Hardware-Hersteller, Kooperationen zwischen Videospiel-Medien und der Industrie sowie die Präsenz der deutschen Armee zur Rekruten-Werbung. Meinen Blick auf die Messe schildere ich hier in einem Artikel auf „VideoGameToursim“ und hier im neuesten „Games and Politics“-Video!

Willst du mit uns spielen?

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 7. August 2014

- Die deutsche Armee hat Nachwuchssorgen und wirbt daher auch Kinder und Jugendliche. Das empört nicht nur Kinderschutzorganisationen, sondern selbst die Vereinten Nationen -

Der Bundeswehr fehlen die Rekruten. Und zwar nicht erst seit dem Aussetzen der Wehrpflicht. Doch aktuell müssen die Nachwuchssorgen bei der deutschen Armee so groß sein wie nie zuvor. Der Werbeetat ist mittlerweile auf den Rekordwert von 30 Millionen Euro geklettert. Jedes Jahr trommeln die „Karriereberater“ und „Jugendoffiziere“ auf Tausenden Veranstaltungen für die Armee – und ködern mit fragwürdigen Methoden auch Kinder und Jugendliche.
Dabei hat Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und das Zusatzprotokoll „Kinder in bewaffneten Konflikten“ unterzeichnet. Das Anwerben von Minderjährigen ist zwar nicht ausdrücklich verboten, aber der Grundgedanke ist klar: Kinder sollten aus militärischen Konflikten herausgehalten werden. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik jetzt für ihre Praxis mit dem zuständigen UN-Ausschuss Ärger bekommen hat.

weiterlesen

„Iron Man“ meets „Bundeswehr“ – Fotos von der Videospiel-Messe „gamescom“ 2014 in Köln

Auch in diesem Sommer fand in Köln wieder die weltgrößte Videospiel-Messe „gamescom“ statt – und wie immer stellte nicht nur die Unterhaltungsindustrie militärisches Equipment aus sondern auch das deutsche Militär selbst.

Meine Fotos von der Messe gibt es hier auf meiner flickr-Seite!



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (6)
  2. schulze-von-glasser.eu (4)