Erste Rezension: 5 von 5 Sternen!

Der Kulturwissenschaftler Christian Huberts hat die erste Rezension meines gerade erschienenen Buchs „Das virtuelle Schlachtfeld“ veröffentlicht – er hat fünf von fünf möglichen Sternen vergeben! In der ausführlichen Buchbesprechung sind aber auch einige kritische Anmerkungen zum Lektorat und der teilweise zu ausführlichen Beschreibung von Spielen – aber:

„Dennoch ist das Buch eine sehr empfehlenswerte Bestandsaufnahme virtueller Schlachtfelder, die in dieser Form bislang einzigartig ist!“

Die vollständige Buchbesprechung gibt es hier. Nice!

Eine weitere „Soldaten im Klassenzimmer“-Rezension

Zwar ist gerade mein neues Buch über Militär-Videospiele erschienen, doch auch mein 2012 veröffentlichtes Buch „Soldaten im Klassenzimmer“ über Bundeswehr-Werbung in Schulen findet noch Aufmerksamkeit. Ismail Küpeli hat es gerade rezensiert und meint:

„Die Publikation ist lesenswert, nicht zuletzt weil der Autor auf Alarmismus weitgehend verzichtet. Stattdessen wird beschrieben, dass die Bundeswehr nicht durchgehend erfolgreich ist und so etwa die gewünschte Zahl der RekrutInnen nach wie vor nicht erreicht wird – trotz der zahlreichen Versuche dies zu ändern. Erfrischend ist die Kritik gegenüber den antimilitaristischen und friedenspolitischen Organisationen, die ihre eigene Macht überschätzen und so etwa in einigen Fällen als Gegenpart zur Bundeswehr in den Schulen agieren möchten. Des Weiteren werden durch fünf Interviews andere Perspektiven und Ansätze angedeutet und den LeserInnen zugänglich gemacht. Die Publikation ist sehr eingängig geschrieben und auch für Nicht-ExpertInnen gut verständlich.“

Negative Kritik hat Küpeli aber auch. Die gibt es hier in der vollständigen Rezension auf kritisch-lesen.de zu lesen.

Neues Buch: Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie

208 Seiten, 332 Fußnoten und insgesamt rund 430.000 Zeichen: mein neues Buch „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie“ ist gerade beim PapyRossa-Verlag erschienen! Kürzlich habe ich es schon auf der „Leipziger Buchmesse“ vorgestellt, jetzt befindet es sich auch endlich in der Auslieferung.

Passend zum Titel geht es in dem Buch um Militär-Videospiele. Im ersten Teil wird in das Thema eingeführt, um auch nicht-Gamerinnen und Gamern einen Eindruck von der Videospiel-Industrie und heutigen Spiel-Mechaniken zu vermitteln. Anschließend werden die Geschichten zahlreicher aktueller Militär-Videospiele vorgestellt und analysiert – viele Spiele vermitteln heute brisante politische Inhalte etwa über den „Krieg gegen den Terror“ und verbreiten dabei (westliche) Feindbilder. Der dritte Teil des Buches befasst sich mit den Verbindungen der Videospielbranche zur Rüstungsindustrie und dem realen Militär: mittlerweile gibt es fest etablierte Kooperationen zwischen den Akteuren und einige Videospiel-Hersteller sind sogar selbst in der Rüstungsbranche tätig. Das vierte und damit letzte große Kapitel des Buches handelt von „Alternativen“-Spielen, die sich kritisch mit Militär, Krieg und Gewalt auseinandersetzten.

„Das virtuelle Schlachtfeld“-Buch ist das zusammenfassende Ergebnis meiner jahrelangen Recherchen zum Thema der Militär-Videospiele, die ich zwischendurch auch immer wieder in Artikeln, Studien und Videos veröffentlicht habe. Im Buch werden Videospiele als Kulturgut behandelt und über die audio-visuellen Darstellungsformen hinaus inhaltlich besprochen. Es soll einen Teil zur Debatte um Videospiele beitragen. Und auch wenn „Das virtuelle Schlachtfeld“ schon sehr viele Aspekte rund um Militär-Videospiele behandelt, kann es nur ein Schritt dahin sein, dass Videospiele in der Öffentlichkeit und der Wissenschaft allgemein ernster genommen und differenzierter analysiert werden. So wäre in Zukunft etwa eine ausführliche Kritik des deutschen Jugendmedienschutzes in Betracht auf virtuelle Militär-Spiele wünschenswert – da es bei diesem Punkt unterschiedliche Ansichten zwischen dem Verlag und mir gab, wurde er im Buch ausgeklammert.
Das Cover des Buches ist ein Standbild eines Bord-Kamera-Videos eines AH-64 „Apache“-Kampfhubschraubers der US-Army. Genauer zeigt das Bild den Tod von Zivilsten im Irak. Das auf dem Bild zu sehende Opfer ist der „Reuters“-Angestellte Saeed Chmagh, der den US-Hubschrauber-Angriff am 12. Juli 2007 nicht überlebte, wie hier im vollständigen „Collateral Murder“-Video von Wikileaks zu sehen ist: aus rechtlichen Gründen konnten leider keine Screenshots oder sonstige Bilder aus Videospielen im Buch verwendet werden.

Wie nah heutige Militär-Videospiele aber solch realen Kriegs-Szenen sind, habe ich schon vor einigen Monaten hier in einem Video auf meinem kleinen YouTube-Zweit-Kanal gezeigt: dort habe ich die Tonaufnahme aus dem Wikileaks-Video mit Szenen aus dem Videospiel „Call of Duty 4 – Modern Warfare“ kombiniert – die Kombination von realem Militär-Einsatz und der fiktiven Darstellung eines Einsatzes im Videospiel passt erschreckend gut zusammen. Ein Grund mehr sich mit dem Thema auseinanderzusetzen!
Für Rezensionsexemplare und sonstige Anfragen stehe ich – wie immer – gern zur Verfügung: meine Kontakt-Daten finden sich hier, ich bin aber auch sehr gut über soziale Netzwerke (siehe rechter Frame) zu erreichen.

Auf jeden Fall allen Leserinnen und Lesern viel Spaß!

Michi

Games’n’Politics – Folge 33 – Assassin’s Creed – Freedom Cry: Sklaven als Währung

In der kürzlich erschienenen Standalone-Erweiterung „Assassin’s Creed – Freedom Cry (Schrei nach Freiheit)“ muss der Spieler im Haiti des 18. Jahrhunderts Sklaven befreien.

Zwar bearbeitet Hersteller „UbiSoft“ mit dem Spiel ein historisch interessantes Thema, die Umsetzung ist aber nicht ganz ideal: Sklaven dienen im Spiel (teilweise) als Währung! Mehr dazu im neuesten „Games and Politics“-Video.

Hier geht’s zum Video!

»Wir hatten eben die besseren Argumente«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 13. März 2014

- In Solingen gibt es jetzt schon drei Schulen, in denen die Bundeswehr unerwünscht ist. Ein Gespräch mit Kai Kirstein -

Kai Kirstein ist in der »BezirksschülerInnenvertretung« in Solingen aktiv

In Solingen gibt es seit kurzem drei Schulen, die Jugendoffizieren und Wehrdienstberatern der Bundeswehr den Zutritt verwehren. Wie kam es dazu?

Vor zweieinhalb Jahren wurden alle Solinger Schülervertretungen aufgerufen, Delegierte zu einer ersten Bezirksdelegiertenkonferenz zu schicken. Nach einer ausführlichen Diskus­sion des Sachverhalts wurde das Thema »bundeswehrfreie Schule« mit großer Mehrheit als Schwerpunkt gewählt. Der Vorstand dieser »BezirksschülerInnenvertretung« stellte sich dahinter und unterstützte die einzelnen Schülervertretungen dabei, das Thema in den Schulkonferenzen auf die Tagesordnung zu setzen und Lehrkräfte wie Eltern zu überzeugen – und das mit Erfolg! Wir hatten eben die besseren Argumente, Vernunft hat gesiegt.

Gab es auch Widerstand?

Ja, damit mußte man rechnen. Das Thema scheint bei vielen Menschen Emotionen zu wecken. Die einen finden die Bundeswehr in ihrer aktuellen Rolle gut, andere wiederum nicht. Es geht aber nicht darum, ob ich die Bundeswehr gut oder schlecht finde. Es geht darum, daß wir anerkennen müssen, daß es einen wachsenden und nicht unerheblichen Teil von Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die denken, daß Einsätze der Bundeswehr im Ausland eben nicht dem Frieden dienen und statt dessen als Kriegseinsätze zu bewerten sind. Wenn das Thema in der Gesellschaft derart kontrovers diskutiert wird, muß es auch in der Schule dementsprechend behandelt werden. Das heißt: Wir kämpfen nicht gegen die Bundeswehr, sondern für die freie Meinungsbildung und gegen einseitige Beeinflussung. Wir sagen ja zu Freiheit und Demokratie – auch im Klassenzimmer!

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Berlin, Hannover, Leipzig

Drei Vortrags- und Diskussions-Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen stehen in den nächsten Tagen an:

8. März 2014 / ab 9Uhr / „Der Werbefeldzug der Bundeswehr“, Vor­trag und Dis­kus­si­on /FU Berlin (Otto-von Simson-Str. 26), Berlin-Dahlem / Flyer zur Veranstaltung

12. März 2014 / ab 18Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Militär und Videospiele“, Vor­trag und Dis­kus­si­on /Kulturzentrum Pavillon (Lister Meile 4), Hannover / Flyer zur Veranstaltung

16. März 2014 / 14Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie“ – Buch-Premiere / „Leipziger Buchmesse“, Halle 5, Stand C404 „Die Bühne“ / Website der Veranstalter

Games’n’Politics – Folge 32 – South-Park – Der Stab der Wahrheit: Verfassungsfeindliche-Symbole in Videospielen

Sollten Nazi-Symbole in Videospielen – ähnlich wie in Filmen – dargestellt werden dürfen? Das Spiel „South Park – Der Stab der Wahrheit“ wurde gerade von Hersteller „UbiSoft“ zurückbeordert, weil ausversehen noch Hakenkreuze im Spiel vorkamen. Auch im bald erscheinenden Shooter „Wolfenstein – The New Order“ wird es trotz (fiktiv fortgesetztem) 2. Weltkriegs-Settings keine Nazi-Symbole geben.

Im neuesten „Games and Politics“-Video werfe ich einen Blick auf verfassungsfeindliche Symbole in Videospielen.

Hier geht’s zum Video!

Games’n’Politics – Folge 31 – Zeus-DLC für ARMA3 – Rüstungsfirma „Bohemia Interactive“

„Bohemia Interactive“ stellt nicht nur Videospiele wie „ARMA 3″ oder „DayZ“ her sondern auch Software für Trainingssimulatoren des Militärs. Etwa 15 Armeen beliefert das tschechische Unternehmen heute mit ihrem „Virtual Battlespace“.

Damit hilft „Bohemia“ Soldaten fit für Auslandseinsätze zu machen und senkt damit die Hemmschwelle von Politikern mit der Armee zu intervenieren. „Bohemia Interactive“ sollte nicht mehr nur als Videospiel-Hersteller betrachtet werden sondern auch als Rüstungsunternehmen. Darum geht es im neuesten „Games and Politics“-Video.

Hier geht’s zum Video!

»An Schulen und Hochschulen ansetzen«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 26. Februar 2014

- Gegen Bundeswehr im Bildungswesen: Die Aktion »Lernen für den Frieden« hat 10000 Unterschriften. Ein Gespräch mit Roland Blach -

Roland Blach ist Landes­geschäftsführer der »Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner­Innen« (­DFG-VK) Baden-Württemberg. Er arbeitet mit in der Kampagne »Lernen für den Frieden«

Ihre Kampagne »Lernen für den Frieden« hat soeben die Marke von 10000 Unterstützerunterschriften überschritten. Was und wen wollen Sie mit dieser Aktion erreichen?

Im Kern geht es darum, eine öffentliche Debatte darüber in Gang zu setzen, welche Verantwortung Bildung und Wissenschaft zur Beseitigung von Krieg sowie zur Förderung ziviler Konfliktlösung zukommt. Die verschiedenen landesweiten Kampagnen wie »Schulfrei für die Bundeswehr« geben dafür wertvolle Impulse. Der Titel eines alten Faltblatts der Deutschen Friedensgesellschaft von 1982 bringt es auf den Punkt: »Kriege werden im Schulzimmer erzeugt, lange bevor sie im Schulzimmer besprochen werden.«
Wir müssen die Vorbereitung, Akzeptanz und Bagatellisierung von Kriegen entlarven. Genau deswegen ist es notwendig, in Schulen und Hochschulen anzusetzen. Dort müßten die Grundlagen für eine friedliche Entwicklung gelegt werden, mit Zivilklauseln und der Förderung der Friedensbildung. Die Unterschriftslisten dienen dazu, mit der Mehrheit der Bevölkerung, die sich gegen Krieg und Aufrüstung ausspricht, ins Gespräch zu kommen.

Welche Reaktionen gab es bisher bei der Unterschriftensammlung auf der Straße?

Unterschiedliche. Viele Bürger sind interessiert und werden mit der Kampagne erst auf das Problem der Militarisierung des Bildungswesens gestoßen – und die wird größtenteils abgelehnt. Unsicherheit besteht darüber, ob es für uns als Bevölkerung überhaupt möglich ist, an den Zuständen etwas zu ändern und zu einer friedlichen Welt beizutragen.

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Games’n’Politics – Folge 30 – In Blut tauchen: Oculus Rift und virtuelle Gewalt

Noch in diesem Jahr soll die Virtual-Reality-Brille „Oculus Rift“ auf den Markt kommen. Die Brille wird eine bisher nicht dagewesene Immersion bieten – Spielerinnen und Spieler werden richtig in die virtuellen Welten eintauchen können.

Auch die Darstellung virtueller Gewalt könnte durch die Brille anders auf die Nutzerinnen und Nutzer wirken. Dazu ein neues „Games and Politics“-Video.

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