Archiv für April 2008

Verunglückte Gefahrgutzüge – Uranzug wieder unterwegs

erschienen auf “Nachrichten heute” (www.nachrichtenheute.ch)

Ungeachtet mehrerer Güter- und Gefahrgutzugunfälle, alles Entgleisungen, fuhr wieder der Gronauer Uranmüllzug.

Güterwaggons in Hagen von den Schienen gesprungen
Der Zugverkehr am Hagener Hauptbahnhof musste am Morgen des 11. April beinahe komplett eingestellt werden, nachdem vier Güterwaggons entgleist waren. Die Bahn vermutet einen Defekt an einem der Flachwagen, der dann zu dem Unfall führte. Weichen, Signale und Gleise wurden auf einer Länge von mehreren Hundert Metern beschädigt – die genauen Unfallkosten sind noch nicht bekannt.

Lokführer fuhr in Hamburg Gefahrgutwaggons über Prellbock hinweg
Bereits am 8. April ereignete sich ein schwerer Zugunfall in Hamburg. Beim unachtsamen Rangieren eines Güterzugs schossen zwei der 15 angeblich mit explosivem Flüssiggas gefüllten Kesselwaggons über einen Prellbock hinaus. Das Gefahrgut trat nicht aus – dennoch sperrte die Polizei das Areal am Güterbahnhof Hamburg-Unterelbe ungewöhnlich weiträumig ab – unerreichbar zunächst für Kamerateams und Fotografen.

Uranmüllzug knapp an Unfall vorbei
Es ist nun nicht so, dass Atommülltransporte sicherer sind, weil es bisher zu keinen Unfall kam. Am 4. Oktober 2007 entging nämlich ein Atommülltransport aus Gronau einer größeren Katastrophe…

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Atommüll auf Weg nach Rußland

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 11.April 2008

Waggons mit abgereichertem Uran rollten durch Münsters Bahnhof. Proteste der Antiatombewegung sollen besser koordiniert werden

Man schmeckt und riecht es nicht. Nur kleine Schildchen mit dem Aufdruck »radioaktiv« an den dunkelroten und braunen Güterwaggons ließen die Fracht des langen Zuges erahnen, der am Mittwoch abend durch den Münsteraner Hauptbahnhof rollte. Es handelte sich um rund 1 000 Tonnen abgereichertes Uran, sogenanntes Uranhexafluorid, aus Gronau. Die Urananreicherungsanlage an der deutsch-niederländischen Grenze wird von der Firma Urenco betrieben, die in diesem Jahr bereits die dritte Ladung gen Rußland schickte.

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Rechts vor’m Schloss

erschienen im Semesterspiegel (SSP) 374 der Uni Münster (www.semesterspiegel.de)

Was „Links vorm Schloss“ ist, weiß wohl jedeR StudentIn, doch das 200 Meter rechts vom Schloss ein Hauptquartier der NATO ist, von dem zeitweise der Einsatz des Militärs im umstrittenen Afghanistan-Feldzug koordiniert wurde, wissen nur die wenigsten.

Münster ist den meisten Menschen als Stadt des Westfälischen Friedens bekannt. Hier endete der 30-jährige Krieg. Doch heute ist Münster nicht mehr so friedlich. In der Stadt gibt es zahlreiche militärische Stützpunkte und sogar einen Übungsplatz, in dem unter anderem britische Soldaten für ihren Einsatz im völkerrechtswidrigen Irak-Krieg ausgebildet werden. Aber auch deutsche Truppen üben hier den Einsatz. Da klingt es wie Hohn, dass das „1.Deutsch-Niederländische Korps“ bescheinigt, sich gerade wegen der friedlichen Vergangenheit Münsters für diesen Standort entschieden hat. Wollen die Militärs dem guten Ruf der Domstadt schaden?

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Bundeswehr-Karriere mit Zukunft – April, April?

erschienen auf “Nachrichten heute” (www.nachrichtenheute.ch)

Der 1. April gilt gemeinhin als Spaßtag der albernsten Späße. Das Hereinlegen der Mitmenschen scheint dann für viele Zeitgenossen ein zwanghaftes Vergnügen zu sein; und alles nur, um den derben Scherz letztenendes mit einem befreienden „April, April“ zu stoppen. Nicht immer aber war an diesem Tag kindlich anmutendes Gelächter zu hören.

Der 1. April erwachte 2008 in Deutschland sonnig und mit einem schönen blauen Himmel. In Münster glaubten etliche Menschen, die sich vor April-Scherzen hüten, schon an den Scherz eines Spaßvogels, als die Luft plötzlich flatterte und sich das Flattern schon bald in ein heftiges Knattern verwandelte.

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In unheilvoller Tradition – Von der „Neuen Wehrmacht“ zur Bundeswehr

aus der Graswurzelrevolution (GWR) 328 / April 2008

Am 4. März 2008 veröffentlichte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), den „Jahresbericht zum Zustand der Bundeswehr 2007″. Neben zu dicken und – wie sollte es bei einer Armee auch anders sein – psychisch kranken Soldaten und Soldatinnen, ist Rechtsextremismus immer noch ein Problem in der Truppe. Die Wurzeln der Bundeswehr lassen sich nicht einfach abhacken.

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