Heute lacht ihr – morgen strahlt ihr!

erschienen im Semesterspiegel (SSP) 375 der Uni Münster (www.semesterspiegel.de)

Atommülltransporte durch Münster und das Münsterland – Normalerweise haben wohl nur die StudentInnen in den Fachbereichen Chemie und Physik etwas mit radioaktiven Materialien zu tun. Doch beinahe monatlich fahren Züge mit gefährlichem Atommüll durch Münster. Sie betreffen uns alle.

Es ist kalt an diesem Mittwochabend, dem 5. März 2008. In den Straßen der Münsteraner Innenstadt tummeln sich noch zahlreiche Menschen. Die meisten Pendler und Studenten haben den Heimweg angetreten. Die Menschenmassen drängen sich durch den schäbigen Hauptbahnhof der Domstadt. Züge fahren ein und aus. Alles scheint normal. Selbst als sich ein langer Güterzug durch den Bahnhof schiebt scheint diese Rushhour wie an jedem anderen Werktagsabend zu sein. Einzig das vermehrte Polizeiaufkommen, eine kleine Gruppe Demonstranten und winzige gelbe Schilder an den Güterwaggons könnten die ahnungslosen Menschen am Hauptbahnhof nachdenklich stimmen. Was war also in dem Güterzug?

Geheime Fracht für Russland
Man schmeckt es nicht, man riecht es nicht. Nur die kleinen „radioaktiv“-Schildchen an den dunkelroten und braunen Güterwaggons lassen die Fracht erahnen: Radioaktiver Atommüll. Keine abgebrannten Brennstäbe wie bei Castor-Transporten, sondern abgereichertes Uran, so genanntes Uranhexafluorid, fährt beinahe monatlich durch das Münsterland.

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