Zweifelhafte Helden

erschienen im Semesterspiegel (SSP) 376 der Uni Münster (www.semesterspiegel.de)

In Münster gibt es nicht nur zahlreiche Skulpturen, sondern auch Denkmäler, die zum erinnern und nachdenken anregen sollen. Woran erinnert wird, ist in vielen Fällen jedoch streitbar.

Täglich strömen die Massen der Studierenden aus der Münsteraner Innenstadt zur Mensa am Aasee und zurück. Nur die wenigsten werden dabei schon den großen grauen Klotz mit den dunklen Tafeln beachtet haben, der am Fuße der Aegidiischanze steht. „Den gefallenen Helden des Kürassierregiments V Driesen Westf. No.4 zum Gedächtnis“ ist in den Beton an der Vorderseite des Denkmals gemeißelt. Darüber drei schwarze Metallplatten mit Abbildungen. Auf der linken Tafel sind Soldaten beim Werfen von Handgranaten zu sehen, in der Mitte ein Kürassier mit Pickelhaube auf seinem Pferd mit Blick auf ein Soldatengrab. Auf der rechten Tafel sind zwei Kürassiere, von denen einer ein Fernglas hält, zu sehen. An der Spitze des 1964 errichteten Denkmals sind Rüstung, Schwerter und Fahnen aus Metall nachgebildet. Daneben die Jahreszahlen 1717 und 1919, die Zeit, in der das Regiment bestand.

Kriegsdenkmal an der Aegidiischanze in Münster (NRW)

Das zuletzt in Münster stationierte 4. Kürrasierregiment nahm an vielen Kriegen teil. Neben den schlesischen und napoleonischen Kriegen waren die Kürassiere ebenso am deutsch-französischen Krieg und auch am ersten Weltkrieg beteiligt. Auch Erhebungen der Bevölkerungen in Polen und Baden wurden von den Reitern niedergeschlagen. Das Denkmal an der Aegidiischanze soll vor allem an den ersten Weltkrieg erinnern, an dem Angriffskrieg war das Regiment vom ersten Tag an beteiligt.

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