Archiv für Juli 2008

Im Visier der Häscher

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 24.Juli 2008

Die Bundeswehr im Reklameeinsatz. Ein Überblick über die Werbe- und Rekrutierungsmaßnahmen der deutschen Armee

Die Bundeswehr ist mittlerweile weltweit im Kriegseinsatz. Immer mehr Soldaten werden für gefährliche Auslandseinsätze benötigt. Auch im Inland will die Armee mehr Aufgaben übernehmen. Dafür braucht sie zum einen neue Rekruten für weltweite Interventionen, zum anderen muß die Armee noch fester in der Gesellschaft verankert werden. In Schulen und Universitäten gehen Jugendoffiziere auf die Jagd nach neuen Soldaten. Arbeitslose werden vom Amt gedrängt, auf Jobmessen den Stand der Armee zu besuchen. Perspektivlosigkeit treibt vor allem junge Menschen zur monatlich stattfindenden Wehrdienstberatung ins Arbeitsamt. Der Versuch einer Militarisierung der Gesellschaft schreitet voran: mit »KarriereTreff« und »Bundeswehr-Olympix«.

22.Mai 2008 - Gütersloh -Bundeswehr KarriereTreff

»KarriereTreff Bundeswehr«
Seit August 2006 tourt der »KarriereTreff« der Bundeswehr wie ein Zirkus durch die Republik. Bis dahin hatten die drei Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe in eigenen Ausstellungen getrennt voneinander geworben. Der »Karriere­Treff« diene dazu, sich als ein Arbeitgeber darzustellen, heißt es dazu auf der Homepage der Armee. Das Zentrale Messe- und Eventmarketing der Bundeswehr (ZeMEMBw) steuert die Einsätze des »KarriereTreffs«.

Das Zentrum des rollenden Informationszirkus besteht aus dem »KarriereTruck«, einem großen, in zivilem blau lackierten Mercedes-Sattelschlepper mit begehbarem Auflieger. »Sichern Sie sich einen von 20000 Arbeitsplätzen«, steht darauf in großen Lettern geschrieben. Über dem Eingang prangt ein dumpfes Wortspiel: »Entschieden gut. Gut entschieden.« Dahinter das zentrale Motto der Propagandaveranstaltungen: »Bundeswehr: Karriere mit Zukunft«.

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EU will Militarisierung des Alls

erschienen auf “Nachrichten heute” (www.nachrichtenheute.ch)

Mit breiter Mehrheit lehnte das Europäische Parlament am vergangenen Donnerstag den Vorstoß des linken Europaabgeordneten Tobias Pflüger auf eine ausschließlich zivile Nutzung des Weltraums ab. Stattdessen verabschiedete das Parlament den Bericht „Weltraum und Sicherheit“ des konservativen Abgeordneten Karl von Wogau (CDU).

Der verbal pazifistische Bericht treibt in Wirklichkeit die Militarisierung des Alls voran. So soll das EU-Satellitenzentrum (EUSC) zur vollen Funktionalität gebracht werden um die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) umzusetzen. Zwar sieht die EU von einer offensiven Bewaffnung im All ab, zur Unterstützung gewaltsamer Militäreinsätze soll der Weltraum jedoch uneingeschränkt genutzt werden.

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4000 Unterschriften für Krebsstudie

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 7.Juli 2008

Bürgerinitiative fordert Untersuchung über Leukämiefälle im Umfeld des Atomreaktors in Hamm-Uentrop

Der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm sind zahlreiche Krebsfälle in der Region rund um den stillgelegten Atomreaktor im Stadtteil Hamm-Uentrop bekannt. Dennoch wurde der Reaktor nicht in der im Dezember 2007 veröffentlichten Leukämiestudie des Bundesumweltministeriums berücksichtigt. Dabei sind die Menschen im Ruhrgebiet wegen der zahlreichen Störfälle im Forschungsreaktor besonders gefährdet. Um ihrer Forderung nach einer Krebsstudie für die Region Nachdruck zu verleihen, sammelten die Atomkraftgegner in den letzten Monaten mehr als 4000 Unterschriften. Bei der Sammlung unterstützte vor allem die Bevölkerung rund um den Reaktor das die Antiatomaktivisten.

Der Reaktor ging 1983 in Betrieb und wurde bereits 1989 wegen massiver Probleme stillgelegt. Der Thorium Hochtemperatur-Reaktor in Hamm (THTR) ist ein Prototyp zukünftiger Atommeiler. In der ganzen Welt werden diese Reaktoren mittlerweile mit deutscher Hilfe errichtet. Die Risiken werden ausgeblendet; über den gescheiterten Reaktortest in Hamm wird geschwiegen.

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LINKSNETSchattenblickanti-atom-aktuell

Ich schreibe mittlerweile ziemlich regelmäßig für die Graswurzelrevolution, die utopia, die jungeWelt, den Semesterspiegel und den Blog Nachrichten Heute – doch nicht alle Artikel und alle Fotos die ich veröffentliche werden auch ins Internet gestellt und an dieser Stelle von mir verlinkt. Besonders bei kurzen Artikeln – beispielsweise für die Rubrik „Meldungen“ in der Monatszeitung Graswurzelrevolution – ist dies der Fall. Das Gegenteil gibt es aber auch: Artikel und Fotos von mir werden gleich mehrfach publiziert. So freute ich mich heute über einen Nachdruck meines Artikels „E.on wäscht sich grün“ (Tageszeitung jungeWelt 3.Mai 2008) in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift anti-atom-aktuell. Zudem konnte ich einige Fotos zur Ausgabe beisteuern. Andere Artikel von mir wurden auch schon von der „elektronischen Zeitung“ Schattenblick übernommen – sogar nicht online veröffentlichte „Meldungen“ aus der Graswurzelrevolution. Auch beim Kooperationsprojekt linker Zeitschriften – LINKSNET – finden sich einige Artikel.