Keine ruhigen Tage für die Bundeswehr BigBand

erschienen auf dem „Utopia-Blog“ (www.jugendzeitung.net)

Sowohl beim Konzert am Donnerstag im westfälischen Rheine, als auch am Freitag in der Domstadt Münster mussten sich die Armee-Musiker Kritik gefallen lassen. Kreativer antimilitaristischer Protest von FriedensaktivistInnen verspottete die Bundeswehr-Truppe.

Damit hatten die Militärs nicht gerechnet: während eines Auftritts der Bundeswehr BigBand auf der schwimmenden Emsbühne in Rheine, paddelten zwei als Piraten verkleidete Antimilitaristen zwischen die Musiker und die Ufertribüne. Auf dem ausgebreiteten Transparent der Piraten, konnten die rund 500 ZuschauerInnen „Spiel mir das Lied vom Tod – Bundeswehr wegrocken!“ lesen. Trotz der spektakulären Aktion spielten die Soldaten weiter und ließen sich nichts anmerken. Auch die „Bundeswehr wegrocken!“-Rufe eines Piraten ignorierten die uniformierten Musiker. Anders als die erstaunten ZuschauerInnen, die angeregt über das Ereignis diskutierten. Nach kurzer Zeit zog ein anwesendes Motorboot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) das Paddelboot samt Piraten ans Ufer. Währenddessen verteilten andere AntimilitaristInnen auf den Zuschauerrängen Flugblätter.
Ihren Ärger über FriedensaktivistInnen ließen sich die SoldatInnen und der Bundeswehr auch am Freitagabend beim Konzert in Münster nicht anmerken. An die 300 BesucherInnen, die dem militärischen Treiben auf dem Domplatz lauschten, wurden Flugblätter verteilt.

8. August 2008 - Bundeswehr BigBand - M�¼nster

Höhepunkt des Protestes war die Ausbreitung des schon in Rheine zum Einsatz gekommenen Transparents direkt vor der großen Bühne. Bandleader Oberstleutnant Christoph Lieder äußerte sich zwischen zwei Musikstücken abfällig: „Ist das nicht schön, wir leben in einer Demokratie. Hier kann jeder seine Meinung sagen – egal wie bescheuert sie ist.“ Die freie Meinungsäußerung endete jedoch abrupt, als Bundeswehrkräfte dem Friedensaktivisten und der Friedensaktivistin gewaltsam das Transparent entrissen.

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