RechtspopulistInnen auf Stimmfang

erschienen im „Utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Das war wohl nichts. Am vergangenen Wochenende sollte in Köln ein internationaler Anti-Islamisierungkongress stattfinden. Parlamentarier verschiedener rechtsextremer Parteien aus dem Ausland wurden angekündigt: von Jean-Marie Le Pen (Front National – Frankreich) über Heinz-Christian Strache (FPÖ – Österreich) bis hin zu Filip Dewinter (Vlaams Belang- Belgien). Die Veranstalter von der „Bürgerbewegung Pro NRW“ hatten großes vor – und scheiterten erbärmlich. Die Medien berichteten meist zum ersten Mal über „Pro NRW“, dabei sind die RechtspopulistInnen schon seit über zehn Jahren aktiv.

20. September 2008 - Flugzeug mit ProKöln-Banner über der Domstadt

Hinter dem unverdächtigen Namen „Bürgerbewegung Pro NRW“ verbergen sich altbekannte fremdenfeindliche und rassistische Inhalte: „Pro NRW sagt NEIN zur Einwanderung in unsere Sozialsysteme, zu Asylmissbrauch, Überfremdung und Islamisierung!“ Auch die von den Rechtspopulisten initiierte „Anti-Islam-Petition“ strotzt von Vorurteilen: „Durch eine unkontrollierte Masseneinwanderung aus dem außereuropäischen, oftmals islamischen Kulturkreis haben wir jetzt – im wahrsten Sinne des Wortes – eine tickende Zeitbombe in vielen unserer Städte und Gemeinden.“ Arbeitsschwerpunkt von „Pro NRW“ ist – wie unschwer zu erkennen ist – das Thema (Anti-) Islam, das sie mit den Themen Migration und Asylpolitik verbinden. Um den Bau von Moscheen zu verhindern hat sich „Pro NRW“ mit rechtspopulistischen Organisationen und Parteien aus dem Ausland vernetzt, denn Rechtspopulismus und Islamophobie (Islamfeindlichkeit) keimt nicht nur in Deutschland bedrohlich auf. „Unsere Bürgerbewegung versteht sich seit ihrer Gründung als dezidierte Anti-Islam-Partei“, lässt dann auch der „Pro NRW“-Vorsitzende Markus Beisicht auf der Landeswebsite verlauten.

weiterlesen