»Bulgarien zieht ein AKW als Schwarzbau hoch«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 27. November 2008

Umweltorganisation fordert Druck auf den Stromriesen RWE, damit er sich nicht am Reaktorbau beteiligt. Ein Gespräch mit Heffa Schücking

Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE wollte kürzlich eine 1,5 Milliarden Euro schwere Beteiligung am Bau des umstrittenen bulgarischen Atomkraftwerks Belene beschließen – tat es dann aber doch nicht. Ist der Deal damit geplatzt?

Das steht noch nicht fest. Eine Mehrheit des Aufsichtsrats war am 2. November nicht bereit, die Investitionspläne von RWE-Chef Jürgen Großmann zu genehmigen. Das bedeutet aber noch nicht, daß es tatsächlich eine Mehrheit gegen das Projekt gibt. Es zeigt aber immerhin, daß einige Aufsichtsratsmitglieder Bedenken haben und daß das Gremium auf die öffentliche Kritik reagiert. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, weiter Druck auf RWE auszuüben, um diese gefährliche und unverantwortliche Investition zu kippen.

Gäbe es nicht noch andere Investoren?

Das ist möglich, denn unsere Erfahrung zeigt, daß man auch die schlimmsten Großprojekte oft mehrmals verhindern muß. Ein Ausstieg der RWE würde aber ein deutliches Signal an andere Investoren und Banken senden und ihnen zeigen, daß es beim Belene-Projekt enorme Probleme gibt. Das würde den Kraftwerksbau um einiges schwieriger machen und hätte auch Rückwirkungen auf die Diskussion in Bulgarien.

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