Kampf um Freiräume in Münster

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 3. Januar 2009

Linkes Ladenlokal und Wohnprojekt von Abriß bedroht

Die Silvesterparty im autonomen Ladenlokal »Versetzt« im westfälischen Münster mußte ausfallen. Die städtische Wohn- und Stadtbau GmbH hatte den Mietern in der Grevener Straße 53 kurz vor Beginn des Festes die Schlüssel abgenommen. Damit wollte die Wohnungsbaugesellschaft offenbar die Besetzung des linken Zentrums, das vom Abriß bedroht ist, verhindern. Politik und Verwaltung der Stadt Münster hatten noch Tage zuvor durchklingen lassen, daß die Hausnummern 31 bis 59 der Grevener Straße erst Mitte 2009 abgerissen werden sollen. Doch nun scheint das Aus für das »Versetzt« wieder akut.
Der Konflikt um die Häuserzeile mit günstigem Wohnraum schwelt seit Jahren und hatte bereits im April 2007 zu einer Hausbesetzung geführt. Nach einem Monat räumte die Polizei das Haus gewaltsam. Gegen zehn Hausbesetzer wurden Strafanzeigen gestellt. Mittlerweile ist das betreffende Gebäude abgerissen.

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Nachtrag: Leider ist der Artikel in der jungenWelt erst spät erschienen – er wurde schon einige Tage zuvor verfasst. Eine Silvesterparty hat doch stattgefunden – scheinbar sind die Leute auch ohne Original-Schlüssel in das Ladenlokal gekommen. Nach der Party wurde das linke Ladenlokal besetzt.