»Diese Havarie war vorhersehbar«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 13. März 2009

Ecuador: Nach Leck in Ölpipeline Fluß im Amazonasgebiet verseucht. WestLB organisierte Finanzierung. Ein Gespräch mit Klaus Schenck

Klaus Schenck arbeitet bei der Umweltschutzorganisation »Rettet den Regenwald e.V.«

Was genau ist in Ecuador passiert?

Im Februar sind durch einen Pipelinebruch nach Angaben der Betreiberfirma OCP etwa 14000 Barrel Schweröl ausgelaufen. Am Bau der Pipeline war ein Bankenkonsortium beteiligt, das die WestLB zusammengeführt hat. Diese Banken haben die OCP-Schwerölpipeline mit 900 Millionen US-Dollar finanziert. Das gesamte Projekt hat etwa 1,1 Milliarden Dollar gekostet.

Was kritisieren Sie an dieser Beteiligung?

Es ist unverantwortlich, dort eine solche Rohrleitung zu bauen. Die Pipeline reicht 500 Kilometer vom Amazonasgebiet über die Anden bis zum Pazifik. Die Trasse verläuft durch geologisch schwieriges Gebiet. Vor allem die ständig drohenden schweren Bergstürze sind ein Problem. Außerdem führt Pipeline an drei sehr aktiven Vulkanen vorbei, durchquert Erdbebengebiete und ist an der Küste durch Stürme und Tsunamis gefährdet. Die über 36 Jahre alte Texaco-Pipeline, die parallel zu der von OCP verläuft, bestätigt leider unsere Befürchtungen. Seit Betriebsbeginn ist diese Anlage über 70 Mal gebrochen, 400000 Barrel Rohöl sind dabei unkontrolliert ausgeflossen und im Regenwald versickert. Auch wenn die fünf Jahre alte OCP-Pipeline sehr viel moderner ist, zeigt die aktuelle Havarie, daß solche Projekte in Ecuador nicht beherrschbar sind.

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