Kein Platz für Arme

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 13. März 2009

- Sozialwohnungen und linkes Zentrum sollen weg aus Münsters Innenstadt -

Bundesweit wird innenstadtnaher Sozialwohnraum zugunsten von Luxuswohnungen vernichtet. In Münster kämpft ein linkes Zentrum gegen seinen Abriss.

Im westfälischen Münster sollen weitere innenstadtnahe Sozialwohnungen abgerissen werden. Davon betroffen ist auch auch das linke Zentrum »Versetzt« in der Grevener Straße 53. Es ist akut von Räumung bedroht – rundum sind mittlerweile alle zum Abriss bestimmten Häuser leer. Der letzte reguläre Mieter im Nachbarhaus zog Ende Februar aus. Sofort rückten Bauarbeiter an, um es unbewohnbar zu machen. Sie zertrümmerten die Scheiben und vernagelten die Fenster. Nun wird es auch für das seit dem Neujahrstag besetzte Zentrum eng.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft zeigte bisher keine Verhandlungsbereitschaft gegenüber den jungen Besetzern. Die lokale Politik ist gespalten. »Wir wollten einen runden Tisch mit Vertretern aller Stadtratsfraktionen einberufen«, erklärte die Sprecherin des »Versetzt«, Silke Frein. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Man wolle nicht mit »Kriminellen verhandeln«, hätten regierende CDU und FDP abgelehnt. Die Grünen und die LINKE solidarisierten sich jedoch mit den friedlichen Besetzern, die SPD sagte Gespräche zu.

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