Bombodrom am Ende

erschienen im „utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Bürgerinitiativen haben es nicht leicht: Sie sind oft klein, finanzschwach und finden nur schwer Gehör. Jetzt hat sich gezeigt, dass es trotzdem sinnvoll ist, sich zum Erreichen politischer Ziele zusammenzuschließen und sein Ziel immer im Blick zu haben. David hat gegen Goliath gewonnen: Das Verteidigungsministeriums verzichtet auf den Bundeswehr-Übungsplatz „Bombodrom“ nördlich von Berlin.

17 Jahre dauerte der Rechtsstreit um den Luft-Boden-Schießplatz „Bombodrom“ in der Kyritz-Ruppiner-Heide rund einhundert Kilometer nördlich der Bundeshauptsstadt. In dieser Zeit gab es 27 Gerichtsurteile, die allesamt vom deutschen Verteidigungsministerium und der Bundeswehr verloren wurden. Das deutsche Militär hatte gleich mehrere hartnäckige Widersacher: von der „Bürgerinitiative FREIe HEIDe“ über die „Aktionsgemeinschaft Freier Himmel e.V.“ bis hin zur Unternehmervereinigung „Pro Heide – für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung e.V.“.
Die Mitglieder der Initiativen wollen keine Bombenabwürfe mehr in der Region – davon hatten sie auch schon genug: Der Truppenübungsplatz in der Nähe der Mecklenburgischen-Seenplatte entstand kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Die Sowjet-Armee hat das 144 Quadratkilometer große Areal damals enteignet und es für Bombenabwurf-Übungen und Tiefflüge von Kampfflugzeugen genutzt – der dabei entstehende Lärm muss in den 14 umliegenden Gemeinden unerträglich gewesen sein. Auch die Häuser nahe dem „Bombodrom“ sind oft von den Erschütterungen in Mitleidenschaft gezogen worden und weisen Risse auf.

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