Sommerakademie brachte Debatten über Frieden

erschienen auf „Nordhessische.de – Nachrichten für Nordhessen“ (www.nordhessische.de)

Der Nahost-Konflikt, Militarisierung, Wirtschaftskrise, Venezuela, Rüstung und vor allem Afghanistan – das waren die Themen der dritten Sommerakademie des Friedensratschlags am vergangenen Wochenende in Fuldatal. Rund einhundert Teilnehmer kamen am Wochenende in Fuldatal, nördlich von Kassel, zusammen um über verschiedene Themen der Friedensbewegung zu diskutieren.
Schon in seiner Eröffnungsrede überflog Peter Strutynski vom austragenden Friedensratschlag die Themengebiete: das weltweite militärische Rüsten müsse endlich aufhören, ein Krieg gegen den Iran verhindert werden und: „Wir müssen Afghanistan zum Thema machen“, forderte der Friedensforscher in Hinblick auf die kommenden Bundestagswahlen. Zunächst einmal wandte man sich aber dem Nahost-Konflikt zu.

Grünberg: Israel ist ein „Apartheidsregime“
Hart ins Gericht ging Harri Grünberg, Mitherausgeber des Buches „Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahost-Konflikt“, mit dem Staat Israel, den er als „Apartheidsregime“ bezeichnete. Zwar seien laut Gesetz alle in Israel lebenden Menschen gleich – viele Gesetze würden Araber jedoch diskriminieren. Dennoch habe Israel ein Existenzrecht.

Harri Grünberg
Harri Grünberg bei seiner Rede vor der Sommerakademie

In seinem einstündigen Vortrag gab Grünberg, der lange Jahre selbst in Israel lebte und dort im Militär diente, einen Überblick über den israelisch-palästinensischen Konflikt. So gehe es nicht nur um Territorium, sondern auch um lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, das in der Region sehr knapp ist. In der anschließenden Diskussion machte Grünberg auch einen Vorschlag zur Lösung des Konflikts: „Es gibt keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung“, so der Referent. In einem gemeinsamen Staate würden die Palästinenserinnen und Palästinenser unweigerlich Menschen zweiter Klasse, so Grünberg zum Vorschlag der Ein-Staat-Lösung.

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