Widerstand der Pazifisten

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 21. Juli 2009

Sommerakademie des Friedensratschlags thematisierte Afghanistan, Venezuela und die deutsche Rüstungsindustrie

Für Peter Strutynski ist klar: »Wir müssen Afghanistan zum Thema machen«. Dies forderte der Sprecher vom Bundesausschuß Friedensratschlag in seiner Eröffnungsrede vor etwa 100 Vertretern der Friedensbewegung. Die hatten sich am vergangenen Wochenende in Fuldatal bei Kassel getroffen, um die künftige Entwicklung der Friedensbewegung zu diskutieren.

Einer der Schwerpunkte war die Situation am Hindukusch. So referierte Matin Baraki, Lehrbeauftragter der Universität Marburg, über den Kriegsschauplatz Afghanistan. »Den Afghanen wurden 2001 blühende Landschaften versprochen – das waren aber nur Mohnfelder«, sagte Baraki, der afghanische Wurzeln besitzt und der sich erst kürzlich selbst vor Ort informiert hatte. Die Lage im Land sei nach wie vor katastrophal, berichtete er. Sicherheit für die Menschen gebe es nicht, die Politik werde von westlichen Staaten bestimmt, und die Polizei sei korrupt. »Es gibt mittlerweile sogar eine Zusammenarbeit zwischen afghanischen Sicherheitskräften, der Armee und den Widerständlern«, so Baraki. Es könne keine militärische Lösung für Afghanistan geben, sagte er während der anschließenden Diskussion.

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