Militärische Klänge

erschienen am 20. September 2009 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Die Bundeswehr versucht, mit Unterstützung einer Baden-Württembergischen Kreisstadt einen jährlichen Musikwettbewerb zu etablieren und stößt dabei nicht nur auf Zustimmung -

Musik spielt im Militär seit jeher eine große Rolle – schon in der Antike entstand die erste Militärmusik und noch heute wird jeder Staatsgast mit militärischen Klängen empfangen. Die Bundeswehr unterhält heute 18 Musikkorps die jährlich über 3.000 „Einsätze“ durchführen – davon in diesem Jahr über 1.300 außerhalb militärischer Liegenschaften. Musik ist „ein besonders attraktives Mittel der Öffentlichkeitsarbeit: Musik geht unter Umgehung des Verstandes direkt ins Gemüt und schafft ein positives Klima“, stellte der Reservistenverband der Bundeswehr in seinem Veranstaltungs- und Organisationshandbuch für den „Tag der Reservisten“ 2008 klar.

Um Nachwuchs für die Militärorchester – und auch darüber hinaus – zu gewinnen, veranstaltet die Bundeswehr im November zum vierten Mal das Jugendevent „Bw-Musix“. Kritiker werfen der Bundeswehr vor mithilfe des Events Minderjährige für den Dienst an der Waffe rekrutieren zu wollen – die austragende Kreisstadt Balingen unterstütze das Vorgehen.
Rund 800 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren nahmen an den ersten „Bw-Musix“ im Jahr 2003 in der Luitpold-Kaserne in Dillingen an der Donau teil (vgl. Bundeswehr sucht den Superstar). 34 Schülerbands, 9 Disc-Jockeys und 11 Jugendblasorchester waren an dem „grandiosen Musikwochenende“ dabei, berichtet die Bundeswehr-Zeitung aktuell. In der Jury saßen Moderatoren zweier großer Musikfernsehsender und neben dem Wettbewerb wurde ordentlich gefeiert: „Dank einer Schaltung von Radio Andernach [dem Radio-Sender der Bundeswehr] wurde die Party live sogar in die Einsatzgebiete nach Bosnien-Herzegowina, in das Kosovo und nach Afghanistan übertragen“, erfreuten sich die Militärs.

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