US-Deserteur sucht Asyl in Deutschland

erschienen auf „Nordhessische.de – Nachrichten für Nordhessen“ (www.nordhessische.de)

Kassel – „Wenn mein Asylantrag gewährt wird ist das eine Erklärung der deutschen Regierung, dass der ‚Krieg gegen den Terror’ illegal und unmoralisch ist.“ André Shepherd ist sich der Tragweite seines in Deutschland gestellten Gesuchs nach Asyl bewusst. Am Montag berichtete der US-Deserteur in Kassel über seine Beweggründe dem Krieg im Irak fernzubleiben und nach Deutschland zu fliehen.
Über 50 Menschen drängten sich in den Veranstaltungsraum im Café Buch-Oase in der Germaniastraße. Alle wollten den US-Amerikaner sehen, der wegen des völkerrechtswidrigen Irak-Kriegs desertierte und nun in Deutschland Asyl sucht.

Die Situation im Irak
Nach einer kurzen Begrüßung von Jens Haupt vom Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Kassel, der die Veranstaltung moderierte, präsentierte André Shepherd einen kurzen Film zur Situation im Irak: 1,8 Millionen US-Soldaten waren bisher im Irak, aktuell sind 130.000 US-amerikanische Soldaten im Land von Eufrat und Tigris stationiert. Über 4.000 wurden seit Kriegsbeginn im März 2003 getötet, zehntausende wurden verletzt, rund 300.000 US-Soldaten leiden in Folge ihres Kriegseinsatzes an psychischen Problemen wie Posttraumatischen Störungen, 15.000 US-Soldaten blieben ihrem Dienst bisher unerlaubt fern. Vier Milliarden US-Dollar gibt das US-Militär jährlich für das anwerben neuer Rekruten aus. So wurde auch Shepherd angeworben, wie er nach dem Film erzählt.

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Eine kurze Bilderstrecke mit Fotos von der Veranstaltung gibt es auf der Website von Connection e.V..