Clowns können sich freuen

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 9. Oktober 2009

- Prozess wegen angeblichen Hausfriedensbruchs bei »pro Köln« endet mit Freisprüchen -

Mit einem Freispruch endete das Verfahren der rechtspopulistischen Partei »pro Köln« gegen die Clownsarmee.

Für den Abend des 22. Februar 2008 hatte der »Arbeitskreis Jugend der Fraktion Pro Köln« zu einem offenen Treffen eingeladen. Dabei sollte laut den Rechtspopulisten ein »Aufstand der Vernunft« gegen »fragwürdige Multi-Kulti-Projekte« organisiert werden. Einige Jugendliche der Gruppe »Schüler gegen Rechts« und der Clownsarmee ließen sich von der Einladung zu einer »offeneren Diskussion« im Fraktionsbüro der Partei nicht zweimal bitten.

Die Clownsarmee im Einsatz bei den Protesten gegen den »Anti-Islamisierungs-Kongress« am 20. September 2008

Laut »pro Köln« seien an besagtem Abend rund 30 Jugendliche in das Büro eingedrungen. Dort sei es »zu tumultartigen Szenen und Sachbeschädigungen« gekommen. Die drei Anwesenden pro-Kölner hätten die Jugendlichen jedoch rauswerfen und der herbeigeholten Polizei übergeben können. Der Vorfall hatte gleich zu einem Großeinsatz der Ordnungshüter geführt. Von der Einladung zum offenen Treffen wollten die Rechtspopulisten zu dem Zeitpunkt schon nichts mehr wissen. Stattdessen erstatteten sie Strafanzeige gegen vier als Clowns verkleidete Aktivisten. Diese hätten versucht, das Fraktionsbüro von »pro Köln« zu besetzen und sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Das sah der Richter am Donnerstag im Kölner Amtsgericht anders. Da sich nicht klären ließ, welche Clowns im Fraktionsbüro waren, und auch kein Zeuge die Täter wiedererkannte, endete das Verfahren nach dreistündiger Verhandlung mit Freispruch.

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