„Der deutsche Rüstungsexport boomt“

erschienen im „utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Die Auftragsbücher deutscher Waffenbauer sind voll. Wie der Export von Kriegsmaterial funktioniert und warum eine Welt ohne deutschen Rüstungsexport besser ist, erklärt uns der Hamburger Lühr Henken, Rüstungsexperte und Beirat der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de).

utopia: Deutschland soll im internationalen Rüstungsgeschäft ordentliche mitmischen…

Lühr Henken: Das ist richtig. In den letzten Jahren ist der deutsche Rüstungsgüterexport sehr stark angewachsen. Er boomt geradezu. Deutschland hat in den fünf Jahren von 2004 bis 2008 siebzig Prozent mehr Rüstungsgüter exportiert als in fünf Jahren davor. In Europa ist Deutschland der größte Rüstungsexporteur – weltweit liegt Deutschland hinter den USA und Russland auf Platz drei. Von 2004 bis 2008 hat Deutschland so viel Kriegsmaterial ausgeführt wie Großbritannien und Frankreich zusammen.

Lühr Henken | Foto: Michael Schulze von Gla�er

Welche deutschen Waffen sind gefragt?

Der größte Anteil des deutschen Waffenexports besteht aus U-Booten des Thyssen-Krupp-Konzerns. Diese sind besonders leise und deshalb schwer zu entdecken. Diese U-Boote machen zusammen mit Kriegsschiffen die Hälfte des Rüstungsexports aus. Ein Viertel besteht aus Kampf- und Schützenpanzern. Der führende Hersteller von Rad- und Kettenfahrzeugen in Europa kommt aus Deutschland. Auch Kleinwaffen, also Gewehre und Maschinenpistolen, werden von deutschen Unternehmen hergestellt und exportiert. Diese Waffen werden auch unter Lizenzen in anderen Ländern nach gebaut. So in der Türkei, in Saudi-Arabien, Mexiko, Iran und Pakistan.

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