Rüstungskritiker: „Je mehr Kriege, desto höher die Profite“

erschienen auf „Nordhessische.de – Nachrichten für Nordhessen“ (www.nordhessische.de)

Die Rüstungsindustrie boomt. Wie Kassel in den Afghanistankrieg verwickelt ist und was die Alternative zur Rüstungsindustrie sein kann erklärt der Hamburger Lühr Henken, Rüstungsexperte und Beirat der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de) im Interview.

Nordhessische.de: Der Afghanistan-Krieg ist für viele Menschen in Deutschland weit entfernt, dabei ist Kassel immer stärker darin verwickelt, oder?

In Kassel gibt es die Firma Projekt System & Management GmbH (PSM), die aus den beiden Kasseler Rüstungsfirmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall besteht. Beide stellen bei PSM den neuen Bundeswehr-Schützenpanzer Puma her, der ab kommendem Jahr vom Band rollen soll. Dieser neue Panzer ist zur Aufstandsbekämpfung vorgesehen, beispielsweise für den Häuserkampf, und wird daher möglicherweise auch nach Afghanistan verlegt werden, wenn es zuvor politisch nicht gelingen sollte, die Bundeswehr vom Hindukusch zurück zu ziehen.

Erhebliche Bedenken gegen Anschaffung des „Puma“

Beim ‚Puma’ soll es allerdings Entwicklungsprobleme gegeben haben.

Ja, sogar mehrere. Dort gab es vor allem Probleme beim Antrieb und beim Gewicht. Der Panzer ist nicht serienreif. Da es die Bundeswehr scheinbar eilig hat und sich der Krieg in Afghanistan immer weiter zuspitzt wurde der Puma aber trotzdem in die Serienproduktion gegeben. Im vergangenen Juli wurde der Vertrag für die Beschaffung von 405 Panzern trotz erheblicher Bedenken des Bundesrechungshofs unterschrieben. Ein Puma-Panzer kostet etwa 12 Millionen Euro und ist damit der teuerste Schützenpanzer der Welt.

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