Warmlaufen für den Tag X

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 17. November 2009

- Münsterländer Atomkraftgegner bereiten sich auf Castor-Transporte ins Depot von Ahaus vor -

Noch in diesem Jahr könnten die ersten Atommülltransporte ins atomare Zwischenlager Ahaus fahren. Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland bereiten derzeit Protestaktionen vor.

Trotz trüben Wetters zogen am Sonntag 150 Atomkraftgegner durch Ahaus und protestierten gegen geplante Atommülltransporte. Schon am 7. November hatte es im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gleich mehrere Anti-Atom-Aktionen im Münsterland gegeben.
Die Atomkraftgegner aus dem Münsterland laufen sich für die anstehenden Castor-Transporte warm. Über 300 Atommüllbehälter sollen demnächst zur Zwischenlagerung nach Ahaus gebracht werden. Das bereits 1982 in Betrieb genommene Lager ist momentan nur zu zehn Prozent ausgelastet, die ersten Transporte zur Füllung könnten schon Ende Dezember rollen. Die Genehmigung zur Einlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen aus deutschen Atomkraftwerken erteilte die Bezirksregierung am 11. November. Über die genaue Herkunft und die Zahl der Transporte schweigen sich die Behörden aus. An die Öffentlichkeit gelangte jedoch, dass mindestens 150 Atommüllbehälter aus dem Kernforschungszentrum Jülich bei Aachen nach Ahaus gebracht werden sollen.
Der Versuchreaktor Jülich wurde bereits 1988 aufgrund zahlreicher Störfälle abgeschaltet und befindet sich im Rückbau – die verstrahlten Baustoffe sollen in Ahaus eingelagert werden. Ob die Transporte per Zug oder per Lastwagen-Konvoi abgewickelt werden, ist noch unbekannt.

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