Doch nicht fertig

erschienen im „utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Mit einem Sarg wurde die deutsche Punkrockband WIZO auf ihrer 38 Konzerte umfassenden Abschiedstour 2005 symbolisch zu Grabe getragen. Fünf Jahre lang war es still um die Punks aus Sindelfingen. Nun kehren WIZO zurück: auf altem Label und mit neuem Bassisten. Man darf gespannt sein.

Für Überraschungen war die 1986 gegründete Band schon immer gut: 1993 coverten sie den Popsong „All that she wants“ von Ace of Base und landete mit ihrem selbst gedrehten Video beim Sender MTV; 1994 gab WIZO ein Notstrom-Aggregat-Konzert auf den Chaostagen in Hannover; 1996 trat die Gruppe beim BIZARRE-Festival auf und wurde gleich nach dem Konzert hinter der Bühne von der Polizei festgenommen, weil sie eine Fernsehkamera, die den Konzertbesuchern die freie Sicht auf die Bühne versperrte, zerstörten; 1997 kam es zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen, weil das Punktrio ein T-Shirt mit dem Comic-Bild eines gekreuzigten Schweins verkaufte und deshalb von einem Gericht wegen „Beschimpfung von religiösen Bekenntnissen“ verurteilt wurde.
Dazwischen gab es viele Konflikte um den Inhalt der WIZO-Songs: das Lied „Kein Gerede“ wurde 1994 verboten und die Band nach § 111 StGB wegen „Öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“ verurteilt. Mit den Zeilen „Strommast sägen, Bomben legen, ab und zu ein Attentat“ rief WIZO zur Revolte auf. Tausende Tonträger wurden vom Staat eingestampft und WIZO musste eine hohe Geldstrafe zahlen. Hingegen wurde der Verbotsantrag für das 1994 erschienene Album „UUAARRGH!“ wieder zurückgezogen. Die Skandale und Aktivitäten der Band ebbten nach 1999 allerdings merklich ab. 2004 erschien das bisher letzte Album der Band. Nun plant die Gruppe einen Neuanfang.

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