Rekrutierung und Repression

erschienen im FriedensJournal Nr. 6 / November 2009

Das hatten sich die Militärs wohl anders vorgestellt: ungestört wollten sie am 31. Juli und 1. August auf dem größten nordhessischen Volksfest, den „Zissel“ in Kassel, neuen Nachwuchs werben. Im „Weißbuch 2006 – zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr“ des Bundesministeriums der Verteidigung beziffert die Bundeswehr ihren Nachwuchsbedarf mit jährlich „20.000 jungen Frauen und Männern“. In dem Strategie-Papier heißt es weiter: „Gut ausgebildete, gleichermaßen leistungsfähige wie leistungswillige Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Grundvoraussetzung für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr“.
Ob die Bundeswehr ihren Nachwuchsbedarf angesichts ausufernder Auslandseinsätze und dem Willen einiger Militärs und Politiker, die Armee auch im Inland einsetzen zu wollen, decken kann ist fraglich. Die Demografie – immer Geburtenschwächere Jahrgänge – und die mangelnde Popularität der Armee bei jungen Menschen, sind ein zusätzliches Hindernis. Auch das Werben auf der Straße wird für die Wehrdienstberater der Bundeswehr nicht einfacher: es kommt bei den Reklameveranstaltungen immer öfters zu Protestaktionen von Friedensaktivisten. So auch in Kassel.

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