Protest gegen Bundeswehrspektakel

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 27. November 2009

Musikwettbewerb der Armee in Balingen. Protest von Gewerkschaft, Linkspartei und Antimilitaristen

Heute startet die Bundeswehr in Balingen, rund 70 Kilometer südlich von Stuttgart, einen dreitägigen Musikkontest. Der Orchesterwettbewerb für Kinder und Jugendliche wird vom Instrumenthersteller Yamaha gesponsert. Medienpartner ist der Zollern-Alb-Kurier, und die 34000-Einwohner-Stadt Balingen stellt für die Werbeveranstaltung der Armee einen Proberaum und die städtische Messehalle zur Verfügung. Dort soll in einer Ausstellung auch für den Dienst bei der Bundeswehr geworben werden. Logo, Flugblätter sowie das Anmeldeformular der »Bw-Musix09« prangen seit Monaten auf der Website der Stadt.
Unwidersprochen blieb das nicht. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der städtischen Jugendmusikschule protestierten bereits im Frühjahr in einem Schreiben an Oberbürgermeister Helmut Reitemann (CDU) gegen die Veranstaltung. Im Juli trat die baden-württembergische Fachgruppe Musik in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an die Stadt heran: »Werbeaktionen der Bundeswehr dürfen an Jugendmusikschulen, an denen Minderjährige, Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, keinen Raum einnehmen«. Doch in den Stadtratssitzungen verteidigten die Lokalpolitiker die »Bw-Musix« und ließen keine Kritik an sich oder die Veranstaltung heran. In einem Gespräch am vergangenen Montag zeigte sich die Kommune ebenfalls kompromißlos. Die Stadtväter wollen die »Bw-Musix« gar jährlich austragen, um Balingen in der Blasmusik-Szene zu etablieren.

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