Archiv für November 2009

„Atommülltransporte nach Ahaus können ab sofort wieder rollen“

erschienen im „utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Am 7. November fanden bundesweit in mehr als zwanzig Städten Aktionen gegen die Atomindustrie statt. Im Münsterland gab es besonders heftigen Protest. Wir sprachen mit Matthias Eickhoff, Sprecher des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen, über Anti-Atom-Proteste und kommende Atommülltransporte.

Atomares Zwischenlager Ahaus

In Münster demonstrierten am 7. November rund 50 Menschen vor der Bezirksregierung in Münster gegen Atomkraft. Im münsterländischen Ahaus kam es am Abend zu einer Spontandemonstration zum dortigen atomaren Zwischenlager. Worum ging es bei den Protesten?

Das hat zwei Hintergründe. Im beschlossenen Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP wurde angekündigt die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Der CDU Münster haben wir daher Atommüllfässer übergeben – längere Laufzeiten bedeuten nämlich auch mehr Atommüll. Zum anderen werden bei der Bezirksregierung Münster und beim Bundesamt für Strahlenschutz seit drei Jahren Anträge für neue Atommülltransporte nach Ahaus bearbeitet – der Ort liegt 45 Kilometer westlich von Münster. Das ganze geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit – mit der Demonstration wollten wir auf die kommenden Transporte aufmerksam machen. Abends gab es dann noch eine spontane Demonstration direkt vor dem atomaren Zwischenlager in Ahaus. Das war zeitlich sehr passend, denn vier Tage später genehmigte die Bezirksregierung Münster den ersten Antrag für neue Atommülltransporte nach Ahaus.

weiterlesen

Atommülltransporte: „Kassel ist ein zentraler Wegpunkt“

erschienen auf „Nordhessische.de – Nachrichten für Nordhessen“ (www.nordhessische.de)

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden ab 2010 Castor-Transporte von der französischen nuklearen Aufbereitungsanlage La Hague nach Deutschland fahren – und das nicht nur ins atomare Zwischenlager Gorleben, sondern auch ins atomare Zwischenlager im münsterländischen Ahaus. Warum die Ahaus-Transporte über Kassel fahren und welche Gefahren von der radioaktiven Fracht ausgeht, erklärt Matthias Eickhoff, Sprecher des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen im Interview.

2008-11-09_Castor-Transport-Gorleben

Die Transporte sollen auch durch Kassel fahren…

Ja, wenn man auf die Landkarte schaut, mag das auf den ersten Blick ungewöhnlich sein. Bei Atomtransporten sind größere Umwege aber die Norm. Beispielsweise fuhren die Uranmülltransporte von der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau auch über das niederländische Rotterdam nach Russland. Das ist auch nicht der direkte Weg.
Kassel ist seit langem ein zentraler Wegpunkt für die deutschen Atommülltransporte, weil die Castor-Transporte von La Hague nach Gorleben auch oft über Fulda, Bebra, Kassel und Göttingen laufen. 1998 sind auf derselben Strecke von Süddeutschland nach Ahaus auch Castortransporte gefahren. Das hat für die Polizei den Vorteil, nicht durch das bevölkerungsreiche Ruhrgebiet fahren zu müssen, wo die Proteste sicherlich größer wären.

weiterlesen

Messeleitung beendet Protestaktion gegen Bundeswehr

erschienen auf „Nordhessische.de – Nachrichten für Nordhessen“ (www.nordhessische.de)

Friedensaktivisten protestierten am Samstag in den Kasseler Messehallen gegen die Rekrutierung von Schülerinnen und Schülern für das Militär im Rahmen der „azubi & studientage“. Die Messeleitung sorgte für ein Ende des Protests und drohte mit Anzeigen.
Messeleitung in der Kritik Rund 90 Aussteller präsentierten sich am 30. und 31. Oktober in den Kasseler Messehallen auf den diesjährigen „azubi & studientagen“ dem jungen Publikum. Schülerinnen und Schüler aus Nordhessen kamen teilweise mit Bussen nach Kassel, um sich über ihre berufliche Zukunft informieren. Im vergangenen Jahr kamen über 7.000 neugierige Jugendliche um sich mit Informationen einzudecken.

Schon vor der Messehalle wartete der erste Besuchermagnet: „Der Bundeswehr-Hubschrauber ist echt interessant“, staunte ein junger Schüler am Freitag. Um den Helikopter vom Kampfhubschrauberregiment 36 aus Fritzlar bildeten sich ganze Trauben von Schülern, die Piloten standen für Fragen zur Verfügung. Und wer wollte durfte auch schon mal probesitzen.
Selbst die Messeleitung war nach eigenen Angaben überrascht, als die Bundeswehr und der Kasseler-Rüstungskonzern Rheinmetall-Defence mit ihren Waffensystemen vor der Messehalle auffuhren: „Aber kleine Jungs sehen so etwas nun mal gerne“, so die Pressesprecherin der „azubi & studientage“ in Kassel.

weiterlesen