Atommülltransporte kommen ins Rollen

erschienen am 3. Dezember 2009 bei Telepolis (www.telepolis.de)

Das atomare Zwischenlager Ahaus ist nur zu 10-Prozent ausgelastet – das wird sich bald schlagartig ändern

Mehr als 300 Behälter mit radioaktiven Abfällen sollen Anfang 2010 ins atomare Zwischenlager Ahaus im Münsterland gebracht werden. Der Atommüll soll aus dem Versuchsreaktor Jülich und der französischen Wideranreicherungsanlage La Hague kommen, erstmals werden aber wohl auch Transporte aus einer Atomfabrik in Duisburg dabei sein. Stark strahlender Atommüll könnte auch aus Karlsruhe kommen. Atomkraftgegner warnen indes vor den Risiken der Transporte und kritisieren die mangelhafte Informationspolitik von Regierung und Atomindustrie.

Müll aus der ganzen Bundesrepublik

Am 11. November erteilte die Bezirksregierung Münster die Einlagerungsgenehmigung für Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken im Zwischenlager Ahaus – wie viel und woher der Müll kommen wird verschweigt die Regierungsstelle. Sicher ist, dass 152 Atommüllbehälter aus dem Kernforschungszentrum Jülich bei Aachen eingelagert werden sollen. Die Castorbehälter stehen bereits transportfertig auf dem Gelände des Forschungszentrums. Der Versuchreaktor in Jülich wurde bereits 1988 nach zahlreichen Störfällen abgeschaltet und befindet sich im Rückbau – die verstrahlten Baustoffe sollen nun in Ahaus zwischengelagert werden.

Wie diese Transporte von Jülich nach Ahaus abgewickelt werden ist unbekannt: Neben der Beförderung per Bahn sind auch Lastwagen-Konvois über die Autobahn möglich. In jedem Fall wird die Fahrt quer durch das Ruhrgebiet verlaufen. Auch aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague wird bald Atommüll nach Ahaus kommen, dabei ist der Transport über die Schiene sicher. Umweltschützer erwarten über 150 Castor-Behälter aufgeteilt in mindestens einem halben Dutzend Zugtransporten aus Frankreich. Der in Frankreich behandelte deutsche Atommüll wird – ähnlich wie bei Castor-Transporten nach Gorleben – bei Wörth am Rhein nach Deutschland einfahren und anschließend Hessen durchqueren. Die Transportstrecke über das nordhessische Kassel und von dort über Warburg Richtung Westen ins Münsterland gilt als sicher. Dabei sollen neue Behälter vom Typ TGC36 zum Einsatz kommen die bisher noch nie verwendet wurden.

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