Atommülltransporte ziehen sich hin

erschienen am 20. Dezember 2009 bei Telepolis (www.telepolis.de)

Die Atomindustrie hat auf aktuelle Meldungen bezüglich der Atommülltransporte nach Ahaus reagiert und neue Informationen preisgegeben

Die ab Anfang 2010 erwarteten Atomtransporte ins Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) verzögern sich neuesten Angaben zufolge teilweise: die Abfälle aus dem französischen La Hague werden nicht vor 2015, Kugelbrennelemente aus dem Versuchsreaktor Jülich nicht vor 2011 nach Ahaus transportiert. Dennoch erwarten Atomkraftgegner im kommenden Jahr eine ganze Reihen von Atommülltransporten: die Genehmigung zur Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus deutschen Atomkraftwerken wurden im vergangenen November erteilt.

La Hague-Transporte frühestens ab 2015
„Die Behälter für mittelradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich werden aus heutiger Sicht frühestens ab dem Jahr 2015 nach Ahaus transportiert werden“, erklärte Michael Köbl, Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS), als Reaktion auf einen anders lautenden Telepolis-Artikel (siehe Atommülltransporte kommen ins Rollen). Der am 20. Dezember 2006 von der GNS und dem von der Firma betriebenen Zwischenlager Ahaus gestellte Genehmigungsantrag an das Bundesamt für Strahlenschutz sprach noch von einer Einlagerung ab dem Jahr 2011. Auch in der damaligen Pressemitteilung von GNS wird der Beginn der La Hague-Transporte mit dem Jahr 2011 datiert.
„Es gab bisher gar keinen fest geplanten oder von irgendeiner Seite als fix veröffentlichten Termin für den Rücktransport“, kommentiert Michael Köbl auf die Frage, warum sich die Transporte scheinbar um mindestens vier Jahre verzögern. Zurzeit wird ein neuer Behälter vom Typ TGC36 entwickelt, der die Anzahl der notwendigen Transporte minimieren helfen soll. Warum die Entwicklung so lange dauert – ob dabei Probleme aufgetreten sind – wollte die GNS nicht kommentieren. Doch selbst wenn die Behälter schon fertig wären fehlt noch die Genehmigung für die Transporte aus der Wideraufarbeitungsanlage La Hague ins BZA steht noch aus – wann diese erteilt wird steht noch nicht fest.

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