(K)eine schöne Bescherung

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 22. Dezember 2009

- Atomkraftgegner protestierten am Zwischenlager in Ahaus -

Vor dem atomaren Zwischenlager im westfälischen Ahaus demonstrierten am Sonntag Hunderte Menschen gegen geplante Atommülltransporte.

Rund 350 Atomkraftgegner trotzten am Sonntag eisigen Temperaturen von bis zu minus zehn Grad Celsius und demonstrierten vor dem Brennelemente-Zwischenlager Ahaus gegen geplante Atommülltransporte und für einen sofortigen Atomausstieg. Zwar wurde das Atomlager, rund 45 Kilometer nordwestlich von Münster gelegen, nicht wie geplant von einem ein Kilometer langen Anti-Atom-Transparent umhüllt – es war zu kalt, um das Transparent lange Zeit zu halten, bis alle Eingänge des Lagers dicht gewesen wären –, dafür gab es andere kreative Aktionen: ein Demonstrationszug umkreiste das Zwischenlager, der Haupteingang wurde mit Transparenten verschlossen. Dem Betreiber der Halle, der Gesellschaft für Nuklear-Service, ein Tannenbaum samt »radioaktiven« Geschenken mit dem Atom-Zeichen drauf, übergeben: »Atommülltransporte nach Ahaus? Eine schöne Bescherung!«

Anti-Atom-Demonstration in Ahaus

Für Wärme sorgten heiße Getränke und die Rhythmen einer Samba-Gruppe, die den Protest begleitete. In ihren Reden bekundeten die Sprecher zahlreicher Bürgerinitiativen den Willen, die kommenden Atommülltransporte aufzuhalten. Der Kampf gegen Atomkraft sei aber nicht lokal begrenzt, sondern sogar international. Janne Björklund, Koordinator der Anti-Atomkraft-Kampagne der Finnish Association for Nature Conservation, reiste extra aus Finnland an, um in Ahaus zu sprechen. In Nord-Finnalnd plant der Fennovoima-Konzern, der zu einem Drittel dem deutschen Energiekonzern E.on gehört, den Bau eines neuen Atommeilers. Auch dagegen soll es in Deutschland demnächst Protestaktionen geben.

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