»Jede Zusammenarbeit mit der Bundeswehr einstellen«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 14. Januar 2010

- In Freiburg regt sich Widerstand gegen die Kooperation des Schulministeriums mit dem Militär. Ein Gespräch mit Sven Fred -

Sven Fred ist Mitglied im Unabhängigen Studierendenausschuß der Pädagogischen Hochschule Freiburg und im Bildungsstreikbündnis Freiburg aktiv

Am 4. Dezember wurde in Baden-Württemberg die bundesweit vierte Kooperationsvereinbarung zwischen einem Landesschulministerium und der Bundeswehr unterzeichnet. Das Militär ist schon lange an Schulen aktiv – was ändert sich durch diese Vereinbarung?

Die Kooperation soll enger werden, noch mehr Jugendoffiziere als bisher sollen in die Klassenzimmer kommen. Dabei sollen den jungen Leuten die »nationalen Interessen« Deutschlands erläutert werden – was auch immer das heißt. Die Jugendlichen sollen zudem an sicherheitspolitische Themen herangeführt werden. Außerdem werden nun auch Referendare durch Jugendoffiziere aus- und fortgebildet.
Der Wortlaut der Vereinbarung wird leider immer noch unter dem Tisch gehalten, wir haben davon nur aus einer Pressemitteilung des Kultusministe­riums erfahren. Wahrscheinlich ähnelt der Vertragstext aber dem der ersten bundesweit abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung vom Oktober 2008 in Nordrhein-Westfalen. Das würde bedeuten, daß jährlich Berichte über den Stand der Kooperation erstellt werden und daß die Jugendoffiziere dabei ein Wort mitzureden haben. Schulen, die nicht kooperieren, könnten so unter Druck gesetzt werden.

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3 Antworten auf „»Jede Zusammenarbeit mit der Bundeswehr einstellen«“


  1. 1 Flug Thailand 26. Januar 2010 um 11:56 Uhr

    Also ich kann es einfach nicht verstehen, warum sich alle Leute so aufregen, dass die Bundeswehr jetzt so wirbt an den Schulen. Ich finde es gut und es ist immerhin noch eine freiwillige Sache und bevor die Jugendlichen auf den Straßen landen und kriminell werden sollen sie lieber etwas sinnvolels tun! So siehts nämlich aus.

  2. 2 Michi 01. Februar 2010 um 11:41 Uhr

    Wenn die Bundeswehr in Schulen kommt geschieht dies in der normalen – obligatorischen – Unterrichtszeit. Zudem gibt es keine Freiwilligkeit, da es in Deutschland noch immmer Wehrdienst gibt (natürlich auch den Wehrersatzdienst, der aber auch ein Zwangsdienst ist).
    Wenn die jungen Leute nicht zur Bundeswehr gehen werden sie nicht gleich kriminell ;-) Und wenn man einigen Jugendlichen dann doch unterstellen will kriminelle Energie zu haben, sollte man ihnen dann noch eine Waffe in die Hand drücken und sie in ein Land schicken in dem sich nur wenige um die Einhaltung von Gesetzen kümmern?

  1. 1 “Friedenserziehung – Was hat die Bundeswehr damit zu tun?” 19 Uhr, KG V, Raum 103 « UStA PH Freiburg Pingback am 11. Mai 2011 um 15:56 Uhr
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