Dem Atommüll entgegen

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 23. Januar 2010

- »Autobahn-Aktionstag« gegen bevorstehende Castor-Transporte -

Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland haben gemeinsam mit anderen Umweltgruppen für den 23. Januar zum Protest aufgerufen. Geplant ist ein »Autobahn-Aktionstag«.

Mit geschmückten Autos und einem großen Modell-Castor wollen am Sonnabend Atomkraftgegner auf kommende Atommülltransporte ins Zwischenlager Ahaus (Münsterland) aufmerksam machen. Von Ahaus soll die 170 Kilometer lange Fahrt am Samstagmorgen zunächst nach Duisburg-Wanheim gehen. Dort steht eine Atommüll-Konditionierungsanlage der Gesellschaft für Nuklear-Service GmbH, von der aus wohl noch in diesem Jahr schwach- und mittelradioaktiver Müll nach Ahaus gebracht werden soll.

Abschluss in Jülich
Später soll sich der Autotross weiter in Richtung Jülich in Bewegung setzen. Aus dem dort angesiedelten Forschungszentrum sollen ab 2011 über 150 Castoren ins Brennelemente-Zwischenlager von Ahaus befördert werden. Der Müll stammt aus einem wegen zahlreicher Pannen 1988 stillgelegten Versuchsreaktor. Für den Nachmittag ist eine Abschlusskundgebung auf dem Jülicher Marktplatz geplant. Die Atomkraftgegner werden bei ihren Protesten von örtlichen Initiativen und Parteien unterstützt – sogar von einem Kindergarten aus Duisburg-Wanheim.
Während die Atomkraftgegner noch ihren Protest planen, arbeitet das Forschungszentrum Jülich (FZJ) an der Informationspolitik: »Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir es für sinnvoll halten, die Öffentlichkeit zu informieren«, so FZJ-Sprecher Peter Schäfer.

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