Rollender Protest

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 25. Januar 2010

- Korso-Teilnehmer fordern den Verzicht auf geplante Castor-Transporte im Münsterland -

Im Münsterland formiert sich Widerstand gegen die geplante Verlagerung des Atommülls von Jülich nach Ahaus. Am Wochenende fuhr ein mit Anti-Atom-Fahnen geschmückter Autokorso durch die Region. Bis zum Ablauf der Betriebsgenehmigung im Juni 2013 will das Forschungszentrum Jülich seinen Atommüll aus dem stillgelegten Versuchsreaktor nach Ahaus bringen. Das stark strahlende Material lagert in 152 Castoren in Jülich.

Rund 25 Autos brachen am Samstagmorgen vom münsterländischen Ahaus auf in Richtung Ruhrgebiet. Mit dem Autokorso unter dem Motto »Dem Castor entgegen« wollten die Atomkraftgegner gegen kommende Atommülltransporte ins Zwischenlager Ahaus protestieren: »Wir wollten unseren Protest vom Münsterland dorthin tragen, von wo der Atommüll nach Ahaus rollen soll«, erklärte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus«. Neben den mit Anti-Atom-Fahnen geschmückten Autos fuhr auch ein Modell-Castor mit.
In den nächsten Jahren soll eine unbekannte Menge schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in Ahaus eingelagert werden. Ab 2011 ist geplant, 152 Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Kugelbrennelementen aus dem Versuchsreaktor Jülich (AVR) nach Ahaus zu bringen. Ab zum Jahr 2015 sollen Behälter aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Frankreich folgen.

weiterlesen