Archiv für Januar 2010

„Straight Edge bekannter machen“

erschienen im „utopia-Online Magazin“ (www.jugendzeitung.net)

Ein Leben ohne Drogen? Der Film „EDGE – perspectives on drug free culture“ von Michael Kirchner und Marc Pierschel zeigt, wie es geht. Wir sprachen mit einem der Regisseure über den Film und die Straight Edge-Bewegung.

utopia: Womit habt ihr bei der Premiere eures Films am 3. Oktober 2009 in New York angestoßen?

Michael Kirchner: Sekt war es nicht. Lass mich überlegen. Wir hatten die Option, ein Catering zu buchen, das war uns aber zu teuer. Es gab dann nichts ‚offizielles’ zu trinken. Neulich in Düsseldorf gab es aber beispielsweise Kindersekt ohne Alkohol.

Was ist Straight Edge?

Straight Edge ist eine Mitte der 1980er-Jahre zunächst in den USA aus dem Punk entstandene Subkultur. Es ging darum, sich vom exzessiven Drogenkonsum der Punk-Szene loszusagen. In den Augen vieler war die Punk-Bewegung damals zu unpolitisch, es ging um Mode, Trinken, Party nach dem Motto ‚Live fast, die young’. Als Reaktion darauf ist dann Straight Edge entstanden. Es geht dabei darum, keinerlei Drogen zu konsumieren und keinen Sex mit häufig wechselnden Partnern zu haben – obwohl sich das meiner Meinung nach im Laufe der Zeit etwas gewandelt hat: Es geht darum, Frauen und Männer nicht als Objekte zu sehen.

Was fällt denn unter den Drogen-Begriff?

Das ist eine sehr persönliche Sache. Manche definieren beispielsweise Koffein und Medikamente als Drogen. Es gibt auch Leute, die keine Schokolade essen. Konträr dazu haben sich manche Leute zumindest in den Anfängen Straight Edge genannt, weil sie kein Heroin konsumiert haben. Es gibt also wirklich viele Facetten von Straight Edge. Vegetarismus und Veganismus fallen für viele Menschen auch oft darunter. Aber den Konsum von Alkohol und Tabak schließen mittlerweile eigentlich alle kategorisch aus, die sich ‚Straight Edge’ nennen.

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