Urenco die Lizenz entziehen

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 1. Februar 2010

- Atomkraftgegner fordern nach Unfall in Gronauer Urananreicherungsanlage deren Stilllegung -

Über 200 Menschen demonstrierten am Samstag in der Innenstadt von Gronau nahe der deutsch-niederländischen Grenze gegen Urananreicherung – viele Einheimische nahmen an der Protestaktion teil. Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland sprachen sich erneut für die Stilllegung der Uranfabrik und einen sofortigen Atomausstieg aus. Unterdessen ist der bei einem Zwischenfall vor knapp zwei Wochen verstrahlte Mitarbeiter der Anlage aus dem Krankenhaus entlassen worden.
In der Gronauer Urananreicherungsanlage war es am 21. Januar zu einem schweren Zwischenfall gekommen, bei der ein Arbeiter radioaktiv kontaminiert wurde. In einem als »leer und gewaschen« gekennzeichneten Behälter hatten sich noch etwa 1,6 Kilogramm des in der Gronauer-Anlage verarbeiteten Stoffs Uranhexafluorid befunden. Der Mitarbeiter, der den Behälter auf Dichtigkeit prüfen wollte, stieß auf die radioaktiven Rückstände, die ihn an Hand und Beinen kontaminierten. Wie schwedischen Medien zu entnehmen ist, soll der falsch deklarierte Behälter aus einem Brennelementewerk der Firma Westinghouse in Västerås, rund einhundert Kilometer nordwestlich von Stockholm, stammen – die Firma ist im Besitz des japanischen Toshiba-Konzerns.

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