»Werbung für das Militär hat an Schulen nichts zu suchen«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 23. März 2010

- Berliner Schüler wollen sich nicht von der Bundeswehr indoktrinieren lassen. Sie finden breite Unterstützung. Ein Gespräch mit Erik Schneider -

Ihre Schülerinitiative »Klassenkampf Süd-West« ruft für Freitag, den 26. März, zu einer Protestaktion vor dem Schadow-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf auf. Die Zielrichtung ist antimilitäristisch – worum aber geht es dabei genau?

Wie auch in den Jahren zuvor findet zu diesem Datum in dem Gymnasium eine Berufsberatungstag statt. Dort werden etwa zehn verschiedene Berufsgruppen vorgestellt und dazu jeweils ein »Experte« eingeladen, der für die entsprechende Ausbildung wirbt und Fragen der Schüler beantwortet. Neben Medizin und Pädagogik soll dieses Jahr auch die Soldatenlaufbahn vorgestellt werden – als wäre das ein Beruf wie jeder andere. Dagegen werden wir protestieren!

Proteste gegen die Bundeswehr an Schulen sind selten – wie haben Sie von dem Armeebesuch erfahren?

»Klassenkampf Süd-West« ist eine Schülerinitiative, die an mehreren Schulen in Berlin-Zehlendorf vertreten ist. Einige aus dieser Gruppe sind auf dem Schadow-Gymnasium. Von ihnen ging die Initiative aus, etwas gegen die Bundeswehr-Werbung an der Schule zu unternehmen. Ziel ist die Verhinderung der Militärpropaganda – allerdings wirbt nicht die Bundeswehr direkt, sondern es soll ein ehemaliger Soldat auftreten. Das ändert aber nichts an unserer grundsätzlichen Kritik, daß Werbung für Militär und Kriegseinsätze in Schulen nichts zu suchen hat.

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1 Antwort auf „»Werbung für das Militär hat an Schulen nichts zu suchen«“


  1. 1 Michael 24. März 2010 um 1:56 Uhr

    Verstehen kann man es ja schon irgendwie, aber dennoch finde ich, dass bei jeder Diskussion auch jede Partei Stellung beziehen darf. Solange die Bundeswehr nicht beschönigend oder euphorisch patriotisch dargestellt wird, sollte sie sich dort auch äußern dürfen.
    Der Glaube an eine neutrale und ehrliche Darstellung ist nicht ohne Hintergrund schwer, da die Bundeswehr in den letzten Jahren nicht ihr bestes Gesicht zeigte.

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