»Nichts ist gut im Krieg«

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 06. April 2010; zusammen mit Hans-Gerd Öfinger, Lenny Reimann und Susann Witt-Stahl.

- ND-Korrespondenten bei Ostermärschen in Kassel, Wiesbaden, Dortmund und Hamburg -

Friedensaktivisten demonstrierten gegen Krieg, Rüstungsindustrie, militärische Infrastruktur und die Werbung für die Bundeswehr an Schulen. Im Ruhrgebiet war die Neonaziszene Thema beim Ostermarsch.

Angetrieben von dem neuerlichen Zwischenfall demonstrierten gestern mehrere hundert Menschen im nordhessischen Kassel gegen den Krieg in Afghanistan. In zwei Demonstrationszügen liefen die Friedensbewegten mit ihren bunten Transparenten und Musikbegleitung durch die Innenstadt. Nach Zwischenkundgebungen an Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus endete der traditionelle Demonstrationszug am Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

»Nichts ist gut im Krieg«, sagte die erste Rednerin, Ellen Weber, in Anspielung auf ein Zitat der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann. Weber hatte bereits am ersten Ostermarsch 1960 teilgenommen und ging in ihrer Rede auf die nunmehr 50-jährige Tradition ein. Das Thema der Friedensmärsche sei immer noch aktuell: »Mit militärischen Mitteln sind die Probleme armer Länder nicht zu lösen.« Dem pflichtete der Kasseler SPD-Stadtverordnete Bernd Hoppe in seiner Rede bei. In Anbetracht der seit Jahren steigenden Rüstungsexporte forderte er einen strengeren Umgang mit der Waffenindustrie. Kassel ist Standort der beiden großen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall Defence.

Sabine Lösing, Abgeordnete der LINKEN im Europaparlament, forderte vor allem die Bekämpfung der Ursache von Kriegen: »Armut ist der Hauptgrund, wenn Konflikte gewaltsam eskalieren.« Der Unterschied zwischen reichen und armen Ländern werde durch ein globales neoliberales Wirtschaftssystem seit Jahren vergrößert. Sie forderte den Stopp aller Rüstungsexporte, die Abschaffung von Atomwaffen und ein Ende der Militarisierung der Gesellschaft.

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