»Vuvuzelas für den Frieden«

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 30. Juni 2010

- Aktivisten starten neue Aktionen gegen öffentliche Gelöbnisse der Bundeswehr -

Die Zahl öffentlicher Gelöbnisse außerhalb militärischer Liegenschaften nimmt bundesweit zu: Lag sie im Jahr 2007 noch bei 134 waren es 2009 schon 180 Gelöbnisse auf öffentlichen Plätzen. Dem neuen Soldatenkult stellen sich aber auch immer mehr Menschen entgegen.

Einen ungewöhnlichen Anruf bekam Bernd Drücke, Gründungsmitglied der »Friedensinitiative Pulverturm« im westfälischen Münster, am Mittwoch vergangener Woche: »Fairerweise möchte ich Sie darauf hinweisen, dass wir jetzt nur noch eine Serenade machen werden.« Anrufer war der Pressesprecher des in Münster ansässigen und in Auflösung befindlichen Lufttransportkommandos der Bundeswehr. Ursprünglich sollte das Ende der Militäreinheit am heutigen Mittwoch mit einem Großen Zapfenstreich begangen werden – nun war nur noch von sieben Liedern und einem kleineren Aufmarsch die Rede.
Das eigens aus Berlin bestellte Wachbataillon habe nun doch keine Zeit, da es am Folgetag bei der Amtseinführung des neuen Bundespräsidenten benötigt werde, so der Bundeswehr-Sprecher. Zudem wolle das Lufttransportkommando dem Vorwurf der Friedensaktivisten entgehen, »Militarismus« zu betreiben, so der Anrufer gegenüber Bernd Drücke.

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