Militärforschung an Unis ohne Kontrolle

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 13. Juli 2010

- Kritische Studierende wollen klare Zivilklauseln -

An zahlreichen deutschen Hochschulen wird auch für militärische Zwecke geforscht oder weitergebildet – selbst dort, wo dies eigentlich untersagt ist. Aber an mindestens 63 großen deutschen Universitäten gibt es ohnehin keine Ausschlussklauseln.

Bei den 80 größten deutschen Universitäten hat die »NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit e. V.« nach bestehenden Zivilklauseln gefragt. Die Klauseln in den Hochschulordnungen sollen verhindern, dass an den Lehrstätten für militärische Zwecke geforscht oder weitergebildet wird.
Die Technische Universität Berlin sowie die Hochschulen in Konstanz, Bremen, Dortmund, Oldenburg und Kassel gaben bei der Befragung an, über Zivilklauseln zu verfügen. Die Humboldt-Universität Berlin sowie die TU Ilmenau verwiesen bei der Befragung auf ihr Leitbild, in welchem sich für Humanität und friedliche Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgesprochen werde.
Keine Rückmeldung auf die Frage nach einer Zivilklausel kam von der Freien Universität Berlin, der TU Chemnitz sowie den Universitäten Göttingen, Osnabrück, Bielefeld, Bochum, Flensburg und Frankfurt am Main. Die Leitung der Universität Düsseldorf verwahrte sich einer Stellungnahme auf die Zivilklausel-Frage.

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