Ein Appell, der Rückhalt braucht

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 25. August 2010 gemeinsam von René Heilig, Ines Wallrodt und mir

- Aktivisten der Friedensbewegung berieten in Kassel über Mobilisierung gegen den Afghanistan-Krieg -

Die Bundeswehr wird umgebaut, um effizienter Krieg führen zu können. Afghanistan ist ein Anfang. Die Friedensbewegung fordert den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – auch um anderen Abenteuern vorzubeugen. Am Wochenende traf man sich zur Diskussion in Kassel. Zahlreiche Aktionen sind in den nächsten Monaten geplant.

Irmingard Römer aus Rostock ist über 80 Jahre alt und hat alleine rund 3500 Unterschriften gegen den Afghanistan-Krieg gesammelt. Sie ging dorthin, wo die Menschen sind. Beispielsweise in den Zoo – und als man sie dort des Platzes verwiesen hat, stellte sie sich vor den Bahnhof. Dort sammelte sie weiter – ebenso erfolgreich und sogar gegen schlechtes Wetter geschützt. Seit Juni werden bundesweit Unterschriften für ein sofortiges Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan gesammelt.
Der Erfolg der Kampagne hängt von Menschen wie Irmingard Römer ab, die vor Ort auf dem Marktplatz stehen oder auch ihre Nachbarn ansprechen. Bisher haben den Appell von elf Friedensorganisationen »Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen« rund 20 000 Menschen unterschrieben, sagt Peter Strutynski. Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag hatte am Wochenende kurzfristig zu einer Afghanistan-Konferenz in Kassel eingeladen, auf der es auch um die Mobilisierungschancen der Friedensbewegung gegen den Afghanistan-Krieg ging. Fußball-WM, Sommerhitze und die Ferien haben es den Friedensbewegten in den letzten Monaten nicht einfach gemacht, mit den Menschen über über dieses Thema ins Gespräch zu kommen. Strutynski sieht sich und seine Mitstreiter aber auf einem guten Weg. Viele Friedensgruppen fangen erst jetzt richtig an, Unterschriften für den Appell einzuwerben.

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