Kinder im Schießsimulator

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 22. September 2010

- Eltern, Politiker und »Terre des hommes« kritisieren Werbeaktionen der Bundeswehr -

Immer wieder führt die Bundeswehr Jugendliche in Schießsimulatoren. Immer wieder protestieren Eltern und Kinderrechtsorganisationen dagegen. Immer wieder verspricht die Bundeswehr Besserung. Und immer wieder hält sie sich nicht daran: Nun ist ein neuer Fall bekannt geworden.

Bereits im Juli hatte die Bundeswehr 15 Schüler zu einem Marinecamp nach Kiel eingeladen. Dort erlebten die zwischen 16 und 19 Jahre alten Jugendlichen, wie man Checkpoints errichtet und mögliche Kampfmittel wie Sprengfallen erkennt. Die jungen Leute durften dabei auch in den Schießsimulator: »Es ist schon ein mulmiges Gefühl«, sagte eine Schülerin der FAZ, nachdem sie fünfmal nacheinander auf den menschlichen Umriss auf einer Zielscheibe feuerte. Uniformierte Soldaten erklärten den Jugendlichen, von denen zehn noch nicht volljährig waren, wie man die Waffe lädt und entsichert. »Das war Marine zum Anfassen, jeder Tag war ein Highlight«, wird eine 17-Jährige aus Thüringen nach dem Schießen auf einer Bundeswehr-Website zitiert.

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