Bradley Manning drohen 52 Jahre Haft

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 10. Dezember 2010

- Friedensbewegung in den USA kämpft für Freiheit des Wikileaks-Informanten -

Seit fast 200 Tagen sitzt der Obergefreite Bradley Manning in Quantico im US-Bundesstaat Virginia in Militärhaft. Dem Nachrichtenspezialisten der US-Armee wird vorgeworfen, Informationen an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Weil ihm 52 Jahre Haft wegen Geheimnisverrats drohen, macht sich die Friedensbewegung für seine Freilassung stark.

92 000 Feldberichte zum Afghanistan-Krieg, knapp 40 0000 Dokumente über den Irak-Krieg und auch die jüngst veröffentlichten diplomatischen Depeschen soll Bradley Manning an Wikileaks weitergegeben haben. So wie jenes Video, in dem der tödliche Beschuss von Zivilisten und Kindern durch einen US-Kampfhubschrauber in Irak zu sehen ist. Militärpolizei nahm den Obergefreiten bereits am 26. Mai fest. Auf ihn warten ein Prozess und bis zu 52 Jahre Haft. Auf Gnade kann der 22-Jährige kaum hoffen. Zwar sprach US-Präsident Obama im Wahlkampf 2008 noch davon, dass Informanten gesund für die Demokratie seien und besser vor Repressalien geschützt werden müssten. Doch inzwischen bemängeln politische Aktivisten, dass die staatliche Repression unter Obama noch schlimmer als unter der Bush-Administration sei. Einige Politiker fordern für Manning, wie für Wikileaks-Gründer Julian Assange, gar die Todesstrafe.

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