Splitternde Schädelknochen

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 22. Januar 2011

- MEDIENgedanken: Verfehlter Jugendmedienschutz -

Als Anfang November letzten Jahres mit dem Videospiel »Black Ops« der siebte Teil der beliebten First-Person-Shooter-Serie »Call of Duty« erschien, versetzte das die Wächter des deutschen Jugendmedienschutzs in höchste Alarmbereitschaft. Doch ein Blick auf die Entwicklung in diesem Spielebereich lässt bezweifeln, dass dieser überhaupt noch zeitgemäß ist.
US-Spielehersteller Activision verspricht, den Spieler von »Call of Duty: Black Ops« in »Konflikte auf der ganzen Welt« zu führen, in dem man als »Elite-Black Ops-Spezialeinheit abstreitbare Geheimoperationen unter dem Deckmantel des Kalten Krieges ausführen« muss. Der First-Person-Shooter kann dabei auch wahlweise in 3D-Grafik gespielt werden – noch eindrucksvoller sollen so die virtuellen Schlachten werden. Und die sind brutal. Splitternde Schädelknochen, abgetrennte Gliedmaße, Folterungen und mit Rockmusik unterlegte Kampfszenen. Zwar ist die deutsche Version entschärft, Blutfontänen und durchgeschnittene Kehlen bekommen die deutschen User dennoch zu sehen. Im Forum auf der Internet-Seite von »Call of Duty: Black Ops« wird daher eifrig diskutiert: Welche Altersfreigabe hat das Spiel? Welche Unterschiede zwischen der deutschen und der unzensierten Version gibt es? Und woher kann man die unzensierte Version bekommen?

weiterlesen