Archiv für März 2011

Publicity campaign in the classroom

erschienen in „The Broken Rifle“ (http://www.wri-irg.org) Nr. 88 – März 2011

- Recruitment and publicity of the Germany military in schools -

The German military has two fundamental problems. The first problem is related to personnel: in 2009, the German Bundeswehr should have recruited 23,700 new soldiers [1]. But with 21,784 new recruits, the target was not reached — in the previous years the target usually was reached. In 2009, 14,000 open positions could be filled with external applicants, and almost 7,800 soldiers could be won through recruitment within the military — for example from the pool of serving conscripts. With the suspension of conscription in Germany from summer 2011, the German Bundeswehr will need to recruit completely from the civilian public.
The second problem is related to the acceptance of military operations abroad within the German population: an opinion poll of the renowned polling institute Allensbach on behalf of the conservative newspaper Frankfurter Allgemeinen Zeitung from May 2010 concludes not only a massive rejection of the Afghanistan deployment of the Bundeswehr with 65% of those polled, but also in general opposition within the German population to military operations abroad of the Bundeswehr.[2]

weiterlesesen (WRI-Website)

weiterlesen (PDF, Seite 9)

Kritische Nachfragen bleiben unbeantwortet

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 28. März 2011

- Der deutsche Sicherheits- und Militärdienstleister Asgaard expandiert – irgendwie – und hält sich bedeckt -

Krieg ist ein gutes Geschäft. Auch die Sicherheitsfirma Asgaard profitiert von bewaffneten Konflikten – und expandiert. Unbequeme Fragen sind da nur hinderlich.

An welchen Orten betreibt Asgaard Büros? Seit wann gibt es »Asgaard – German Security Group« und wer waren die Gründer des Sicherheitsunternehmens? Fragen, die das Unternehmen nicht mehr beantworten m…

weiterlesen

„Selbstverpflichtungen nützen nichts“

erschienen in der Direkten Aktion (www.direkteaktion.org) Nr. 204 – März/April 2011

- Deutsche Banken investieren im großen Stil in Streumunition und Antipersonenminen -

Dr. Barbara Happe arbeitet bei der Menschenrechts- und Umweltschutzorganisation urgewald, die im Dezember 2010 eine Studie zur Finanzierung von Streumunition durch deutsche Banken veröffentlicht hat.

Im Geschäftsbericht der Deutschen Bank von 2008 heißt es: „Wir wollen ausdrücklich in keinerlei Transaktionen mit Personen-Landminen, Streubomben oder ABC-Waffen involviert sein“. Wie viel sind solche Aussagen wert?

Wir haben eine langwierige Recherche gemacht und diese Aussage geprüft. Dabei kam heraus, dass die Deutsche Bank nach wie vor sehr stark in die Finanzierung von Streumunitionsherstellern verstrickt ist. Wir haben uns dabei auf die bekannten Hersteller von Streumunition konzentriert und festgestellt, dass die Deutsche Bank keine Skrupel kennt, diese zu unterstützen. Sie ist hier wesentlich stärker als jede andere deutsche Bank involviert.

Die Finanzierung von Rüstungsunternehmen geschieht meist im Verborgenen. Wie hat sich die Recherche gestaltet?

Es war nicht einfach. Bei Nachfrage blockieren die Banken natürlich sofort und berufen sich auf ihr Geschäftsgeheimnis. Daher haben wir eine auf solche Recherchen spezialisierte Agentur beauftragt, die Zugang zu besonderen, kostenpflichtigen Datenbanken hat. Bei Fonds-Gesellschaften wie der Deutschen Bank-Tochter DWS oder der Fondsgesellschaft der Sparkassen, der Deka-Bank, war die Recherche etwas einfacher. Fonds sind verpflichtet, ihre Investitionen in halbjährlichen Berichten zu veröffentlichen.

weiterlesen

utopia #18

Endlich wieder eine neue utopia! Schwerpunkt der Ausgabe ist Repression – Versammlungsgesetze und Polizeigewalt gefährden in Deutschland die Demonstrationsfreiheit. Außerdem gibt es spannende Artikel und Interviews zum Westsahara-Konflikt, zum deutschen Umgang mit Asylbewerbern und zu Ultra-Fankulturen im Fußball. Ich habe diesmal keinen Artikel zur Zeitung beigesteuert, dafür aber einige Fotos.
Mit der neuen utopia-Ausgabe hat sich einiges geändert. Wie hier bereits erwähnt gab es bei dem Jugendzeitungsprojekt einige Probleme. Nun ist die Auflage erstmal auf 13.000 geschrumpft (vorher 25.000). Die Zeitung ist weiterhin kostenlos, wer sie abonnieren will muss nun aber die Versandkosten tragen (bisher war das Abonnement vollkommen kostenfrei). Dafür ist die utopia finanziell erstmal auf einem grünen Zweig. Die neue Ausgabe ist durch Anzeigeneinnahmen und Spenden gegenfinanziert – die kommenden Ausgaben sind auch so gut wie finanziert. Es kann also weitergehen und es zeichnet sich auch schon wieder eine leichte Auflagensteigerung ab!
Und weitergehen wird es auch, denn auch das zweite Problem – zu wenig Leute in der Redaktion – haben wir in den Griff bekommen. Nun sind wir mehr utopistas! Trotzdem suchen wir weiterhin junge Menschen die Lust auf ein spannendes, selbstorganisierte Zeitungsprojekt haben!

utopia 18 (PDF)

Nachspiel in Trier

Meine Vortrags- und Diskussions-Veranstaltung am 2. März im „Kultur- & Kommunikationszentrum“ Tuchfabrik (Tufa) in der schönen Stadt Trier hat ein Nachspiel (und auch schon im Vorfeld rumorte es): Bernhard Kaster, CDU-Kreisvorsitzender und Bundestagsmitglied, stört sich daran, dass seine Partei keine Veranstaltung in der Tufa durchführen, meine von der AG Frieden Trier organisierte Veranstaltung aber stattfinden durfte. Veranstaltungen von Parteien sind (gerade kurz vor den Landtagswahlen) in der Tufa unerwünscht – die AG Frieden Trier ist keine Parteiorganisation und ich gehöre auch keiner Partei an. Genauer nachzulesen ist der Streit auf der Website der Tageszeitung „Trierischer Volksfreund“.
Bernhard Kaster erklärte in der Lokalzeitung, der teilweise von der Stadt finanzierten Tufa „nichts Böses“ zu wollen und wird dann mit folgenden Worten zitiert: „Doch es kann nicht sein, dass dort einseitige politische Veranstaltungen stattfinden.“ Natürlich habe ich – wie jeder Mensch – eigene politische Ansichten, die sich auch in dem, was ich sage, wiederfinden. Konkret hat Herr Kaster anscheinend Angst, dass ich bei meinen Veranstaltungen – zumindest bei der in Trier – für eine politische Partei geworben bzw. sie empfohlen hätte. Das habe ich aber nicht und kommt für mich auch nicht in Frage. Mir geht es bei meinen Veranstaltungen darum, das Thema – in diesem Fall „Bundeswehr an Schulen“ – zu vermitteln. Dies kann nur überparteilich geschehen. Wer meine persönlichen Ansichten dabei nicht teilt, kann mit mir gern diskutieren. In Trier wurde nach meinem Vortrag rund eine Stunde lang diskutiert, Herr Kaster war leider nicht anwesend.
Dabei bin ich sogar sehr neugierig, was Herr Kaster zum Thema „Bundeswehr an Schulen“ zu sagen gehabt hätte. Denn in Schulen finden einseitige politische Veranstaltungen statt. Die Bundeswehr versucht dort, neuen Nachwuchs für den Dienst an der Waffe zu gewinnen und sie vom Sinn und Zweck der Armee und ihrer Auslandseinsätze zu überzeugen. Bei den Vortragsveranstaltungen der Militärs herrscht sogar Anwesenheitspflicht für die Schülerinnen und Schüler. Um den Jugendoffizieren – jungen, rhetorisch-didaktisch geschulten Soldaten – den Zugang in die Klassenzimmer zu sichern, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Kooperationsvereinbarungen zwischen der Bundeswehr und dem jeweiligen Landesschulministerium initiiert. Warum die Jugendoffiziere sogar dazu verpflichtet sind, nur einseitig (im Sinne von Armee und parteigeführtem Verteidigungsministerium) zu informieren, habe ich unter anderem hier deutlich gemacht.

Die Groß-Koreanische Republik vernichtet die USA

erschienen am 7. März 2011 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Das am 15. März erscheinende Videospiel „Homefront“ ist politisch brisant -

„Die Besetzung dauert nun schon 2 Jahre. Die Straßen sind getränkt mit dem Blut unseres Volkes. Die Zeit zum kämpfen ist gekommen.“ Schon der Trailer des First-Person-Shooter-Videospiels Homefront verspricht Spannung. Der US-amerikanische Spiele-Entwickler KAOS-Studios zeichnet in dem Spiel ein dystopisches Zukunfts-Szenario, dessen Ursprung aber in der heutigen Zeit liegt. Das halb-fiktionale Szenario birgt dabei politische Brisanz – darf oder sollte in einem First-Person-Shooter auf aktuelle politische Spannungen zurückgegriffen werden?

Spielerisch wird das in diesen Tagen erscheinende Videospiel „Homefront“ wenig Neues bieten. Wie so oft werden massenweise Gegner mit einer großen Auswahl von Waffen vernichtet werden müssen. Interessanter ist die Story hinter dem Spiel. Der US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent John Milius, der unter anderem als Co-Autor beim Film „Apocalypse Now“ (1979) fungierte, lieferte die Geschichte, auf der „Homefront“ basiert.
Auch einige CIA-Berater, die sich mit möglichen Angriffen auf die USA befassten, arbeiteten an der Hintergrundgeschichte mit. Dabei wurde eine auf der Realität aufgebaute spekulativ-fiktionalen Welt der nahen Zukunft geschaffen: „Der Torpedo, der die Cheonan versenkte und 46 südkoreanischen Matrosen das Leben nahm, wurde von einem nordkoreanischen U-Boot abgfeuert“, erklärte die US-Außenministerin Hillary Clinton 2010 auf einer Pressekonferenz. Mit diesem realen Videoausschnitt beginnt die Erzählung in „Homefront“. Danach fängt die Fiktion an.

weiterlesen

Ein neues Interview, ein neuer Vortrag

Karl-Theodor zu Guttenberg ist weg. Kurz vor seinem Abschied hat er aber noch eine Werbekampagne für neue Armee-Rekruten mit der Springer-Presse arrangiert. Dazu hat mich kürzlich der Radiosender detektor.fm interviewt.
Ich spreche aber nicht nur im Radio über die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr. Nach Veranstaltungen in Oldenburg, Koblenz und Trier findet mein nächster Vortrag zum Thema „Bundeswehr und Schule“ in Bayern statt:

10. März 2011, 19.30 Uhr – München Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstr. 80, U Theresienhöhe) – Flyer

»Karriere mit Zukunft«

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 2. März 2011

- Weil sie dringend Nachwuchs braucht, sponsert die Bundeswehr nun auch Jugendsport-Events wie die »Schul-Liga« -

Die Bundeswehr hat spätestens seit Aussetzung der Wehrpflicht ein Nachwuchsproblem. Um dies zu beheben, wirbt die Armee daher verstärkt bei Jugendsport-Veranstaltungen um junge Leute. So sponsert sie auch die sogenannte »Schul-Liga«.
Die »Schul-Liga« – eine Fußball-Liga für Schülerinnen und Schüler – ist so ein beliebtes Sport-Event und die Bundeswehr ist seit dieser Saison »Premiumpartner«. In 40 Städten treten die Mannschaften der Liga gegeneinander an. Die besten Mannschaften aus den Stadtturnieren qualifizieren sich für das Finale im Mai 2011 in Wolfsburg. Die Bundeswehr ist als Werbepartner sowohl bei den Turnieren vor Ort als auch in den Medien der Schul-Liga präsent.
»Im Sport und bei der Arbeit gilt: Teamwork führt zum Erfolg«, wird die Fußball-Nationalspielerin Fatmire Bajramaj in einer Webanzeige der Bundeswehr auf der Schul-Liga-Website zitiert. Die junge Fußballerin ist Sportsoldatin – ihr Arbeitgeber ist die Bundeswehr, die nun mit dem Gesicht der populären Fußballerin neue Rekruten sucht. Auch die Tore des Monats werden von der Bundeswehr vorgestellt – vor dem Video, das sofort nach Aufrufen von www.schul-liga.de automatisch startet – läuft ein Werbespot für eine »Karriere mit Zukunft« als Soldat.

weiterlesen

Die Bundeswehr, Kinderrechte und Stephanie zu Guttenberg

erschienen am 1. März 2011 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Die Ausbildung Minderjähriger an der Waffe und die Anwerbung von Kindern in Schulen für den Kriegsdienst – der „Schattenbericht Kindersoldaten 2011″ -

Mitte Februar stellte das Deutsche Bündnis Kindersoldaten ihren Schattenbericht Kindersoldaten 2011 vor. Der neue Schattenbericht konzentriert sich besonders auf zwei Themen: die Rekrutierung von 17-Jährigen für die Bundeswehr und die Öffentlichkeitsarbeit sowie Nachwuchswerbung der Bundeswehr an Schulen.
Der Bericht wurde im Rahmen des „Staatenberichtsverfahrens zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes und zum Fakultativprotokoll betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten“ herausgegeben. Autor des Schattenberichts ist der renommierte Völkerrechtler Dr. Hendrik Cremer, der für das Deutsche Institut für Menschenrechte tätig ist. Auftraggeber sind die deutsche Sektion des internationalen Kinderhilfswerks terre des hommes, die Kindernothilfe, die deutsche Abteilung der christlichen Organisation missio sowie UNICEF.

weiterlesen