Nachspiel in Trier

Meine Vortrags- und Diskussions-Veranstaltung am 2. März im „Kultur- & Kommunikationszentrum“ Tuchfabrik (Tufa) in der schönen Stadt Trier hat ein Nachspiel (und auch schon im Vorfeld rumorte es): Bernhard Kaster, CDU-Kreisvorsitzender und Bundestagsmitglied, stört sich daran, dass seine Partei keine Veranstaltung in der Tufa durchführen, meine von der AG Frieden Trier organisierte Veranstaltung aber stattfinden durfte. Veranstaltungen von Parteien sind (gerade kurz vor den Landtagswahlen) in der Tufa unerwünscht – die AG Frieden Trier ist keine Parteiorganisation und ich gehöre auch keiner Partei an. Genauer nachzulesen ist der Streit auf der Website der Tageszeitung „Trierischer Volksfreund“.
Bernhard Kaster erklärte in der Lokalzeitung, der teilweise von der Stadt finanzierten Tufa „nichts Böses“ zu wollen und wird dann mit folgenden Worten zitiert: „Doch es kann nicht sein, dass dort einseitige politische Veranstaltungen stattfinden.“ Natürlich habe ich – wie jeder Mensch – eigene politische Ansichten, die sich auch in dem, was ich sage, wiederfinden. Konkret hat Herr Kaster anscheinend Angst, dass ich bei meinen Veranstaltungen – zumindest bei der in Trier – für eine politische Partei geworben bzw. sie empfohlen hätte. Das habe ich aber nicht und kommt für mich auch nicht in Frage. Mir geht es bei meinen Veranstaltungen darum, das Thema – in diesem Fall „Bundeswehr an Schulen“ – zu vermitteln. Dies kann nur überparteilich geschehen. Wer meine persönlichen Ansichten dabei nicht teilt, kann mit mir gern diskutieren. In Trier wurde nach meinem Vortrag rund eine Stunde lang diskutiert, Herr Kaster war leider nicht anwesend.
Dabei bin ich sogar sehr neugierig, was Herr Kaster zum Thema „Bundeswehr an Schulen“ zu sagen gehabt hätte. Denn in Schulen finden einseitige politische Veranstaltungen statt. Die Bundeswehr versucht dort, neuen Nachwuchs für den Dienst an der Waffe zu gewinnen und sie vom Sinn und Zweck der Armee und ihrer Auslandseinsätze zu überzeugen. Bei den Vortragsveranstaltungen der Militärs herrscht sogar Anwesenheitspflicht für die Schülerinnen und Schüler. Um den Jugendoffizieren – jungen, rhetorisch-didaktisch geschulten Soldaten – den Zugang in die Klassenzimmer zu sichern, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Kooperationsvereinbarungen zwischen der Bundeswehr und dem jeweiligen Landesschulministerium initiiert. Warum die Jugendoffiziere sogar dazu verpflichtet sind, nur einseitig (im Sinne von Armee und parteigeführtem Verteidigungsministerium) zu informieren, habe ich unter anderem hier deutlich gemacht.