„Kein Bock auf Bund“

Wie bereits vor einigen Tagen geschrieben, wird das Thema „Bundeswehr-Nachwuchsgewinnung“ mittlerweile auch zunehmend von den „großen“ Medien aufgegriffen. Am letzten Mittwoch wurde darüber etwa in der Live-Sendung „ZDF log in“ auf dem „ZDF infokanal“ disktutiert. Gast in der Sendung war Christian Schmidt (CSU), Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Vertrauter von Verteidigungsminister de Maizière. Zudem waren Wehrdienstberater Niels-Ole Raßmus, Jürgen Rose von der kritischen Soldatenvereinigung „Darmstädter Signal“ und ich bei der Diskussion dabei. Die ganze Sendung kann man sich hier in der ZDF-Mediathek anschauen.

Es gab auch einige Reaktionen auf meinen Auftritt: von Zustimmung über sachlich-kritische Mails bis zu einem auf diesem Blog geposteten Kommentar, den ich niemandem vorenthalten möchte:

Sehr geehrter Herr Glaßer,

ich finde es beschämend, dass sie sich mit ihrer subjektiven, unsachlichen Meinung herausnehmen, sich im ZDF als „Freier Journalist“ zu bezeichnen. Alle Aussagen von Ihnen waren zu mindestens 50% falsch. Vielleicht sollten Sie sich für die Zukunft überlegen, ob es das nächste Mal nicht mehr Sinn macht, sich ausführlicher zu informieren, statt bei Wikipedia „Bundeswehr“ einzugeben.
In einem Satz: Sie sind eine Schande für den deutschen Journalismus und der Grund dafür, dass die BILD- Zeitung so schreibt, wie sie schreibt.
Haben Sie nicht noch irgendwas in Leben gelernt was Sie machen könnten, statt zu Schreiben und Mist zu erzählen ?
Vielleicht hat ja die Bundeswehr einen Platz für Sie als Küchenfeldwebel.

Mit freundlichen Grüßen, Paul Janssen

Ich empfehle meine vielen Artikel über die Bundeswehr zu lesen und möchte auch auf mein Buch und die darin abgedruckten 857 Fußnoten bzw. Quellennachweise verweisen. Ich stehe dem Militär und ihrer Nachwuchswerbung sowie Öffentlichkeitsarbeit zwar kritisch gegenüber – doch das hat Hand und Fuß.


1 Antwort auf „„Kein Bock auf Bund““


  1. 1 Olek Popolski 04. Juni 2011 um 23:56 Uhr

    Hallo,
    ich fande die Diskusion interessant und finde das sie an einigen Thesen und Behauptungen noch ausbaufähig gewesen wäre.

    An einer Stelle würde ich gern nochmal einsteigen.
    Stellen wir uns folgende Situation vor:

    Ich laufe über die Straße und sehe wie der Dame vor mir der Rollator geklaut wird. Sie kann nicht hinterher, nicht nach Hause und würde wahrscheinlich verdursten wenn ihr niemand hilft.
    Von irgendwo ruft mir mein Gewissen nun zu.

    1. Etwas unrechtes ist geschehen – rufe ich die Polizei, laufe ich selber hinter dem Räuber her oder mache ich nichts (was vllt eine Wiederholung der Tat zur folge hätte, vllt nicht)?

    2. Der Dame muss geholfen werden – rufe ich nach Absprache X an, damit sie abgeholt wird, bringe ich sie selber nach Hause oder mache ich nichts?

    Beides Fragen die eine Einschätzung meiner Moral in Anspruch nehmen. Der Raub ist geschehen und die Dame brauch Hilfe. Um diesen Fakt kommt man nicht herum. Die Frage die nun aufkommt ist doch in wie weit ich mich selber in der Verantwortung sehe und/oder ob ich die Verantwortung abgebe an andere die sich dann bedankter Weise verantworten dürfen.

    Wäre keine Verantwortung zu übernehmen nicht mindestens genau so schlimm wie das Verbrechen selber?

    Was bedeutet in diesem Zusammenhang Schuld? Ist der Gedankengang „Ohne Schuld keine Intervention“ umkehrbar auf „Keine Intervention ohne Schuld“ ?

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