Pseudo-Realität

erschienen am 06. Juli 2011 auf Militainment.info (www.militainment.info)

Videospiele werden immer realistischer – behaupten zumindest die Hersteller der Spiele. Doch gerade bei Videospielen, die Krieg und Militär darstellen, hat die Behauptung klare Grenzen.

Im Herbst erscheint das Videospiel „Battlefield 3“ und wird ersten Berichten zufolge neue Maßstäbe im First-Person-Shooter-Genre setzen. Hersteller „Electronic Arts“ (EA) verspricht viel: „Spüre die Wucht des Schlachtfelds! Mach dich auf den realistischsten Shooter aller Zeiten gefasst, der in diesem Herbst mit Unterstützung der brandneuen Frostbite 2-Engine für Furore sorgen wird“, heißt es auf der offiziellen Website des Spiels. Ohne Frage: schon die im Vorgängerspiel eingesetzte Frostbite 1-Grafik-Engine war beeindruckend. So konnten erstmals auch Teile der Spiel-Umgebung zerstört werden: verpufften die virtuellen Granaten bisher ohne Schaden zu hinterlassen an Häuserwänden rissen die Granaten in „Battlefield: Bad Company“ die Hauswand aus ihrem Fundament. Nun soll die Spielwelt noch eindrucksvoller zerstört werden können: „Mit dieser leistungsstarken Engine als Basis, lässt Battlefield 3 die Spieler emotional und körperlich wie nie zuvor in die Spielwelt eintauchen“, preist EA die neue Engine auf der Battlefield-Website weiter an – und lehnt sich mit dieser Behauptung zu weit aus dem Fenster. Denn ob die virtuelle Hauswand weggerissen wird oder nicht: der Spieler sitzt sicher und gefahrlos vor dem Bildschirm. Körperlich wird der „Battlefield 3“-Spieler – bis auf einen erhöhten Puls aufgrund der visuellen und hörbaren Eindrücke – nicht sonderlich tangiert. Die virtuellen Kugeln fliegen durch die Pixel-Landschaft und dem Spieler kein echtes Blei um die Ohren. Um sein Leben muss der User (glücklicherweise) nicht fürchten – nur um das seines virtuellen Ichs.

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