Auch ein »Puma« bringt was ein

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 08. Juli 2011

- Zuwendungen flossen an die Union, die SPD und die FDP -

Trotz zahlreicher Mängel an den Prototypen gab die Politik 2009 die Beschaffung hunderter neuer Schützenpanzer für die Bundeswehr in Auftrag – ein Milliardenauftrag für die deutsche Rüstungsindustrie. Im selben Jahr flossen auch ordentlich Parteispenden.

Obwohl es keinen funktionsfähigen Prototypen gab, stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestags 2009 der Bestellung von 405 neuen Schützenpanzern vom Typ »Puma« für die Bundeswehr zu. Der Bundesrechnungshof (BRH) warnte bei dem knapp vier Milliarden Euro teuren Rüstungsprojekt vor »erhebliche Risiken«. Laut BRH habe es bei den fünf Erprobungsmodellen »erhebliche technische Probleme« mit Motor, Getriebe und Fahrwerk gegeben. Zudem war absehbar, dass der Panzer schwerer würde als geplant und dies zu Problemen bei der Verlegung mit dem neuen Bundeswehr-Transportflugzeug Airbus A400M kommen könnte.

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1 Antwort auf „Auch ein »Puma« bringt was ein“


  1. 1 Michael H. 08. Juli 2011 um 10:48 Uhr

    Hallo,
    ich bin auf dem Gebiet der Parteispenden jetzt nicht so versiert, aber sind die Spendenbeträge in dieser Höhe bereits ein Maßstab für subtile Bestechung? Ich finde übrigends den Betrag von 51500€ nicht in der Auflistung von Parteispenden über 50000€ der DBR.(http://www.bundestag.de/bundestag/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2009/index.html)Ich meine wenn man sich das Gesammtvolumen des Auftages (7Mio*405bis410St) ansieht und sieht welche Dimension andere Parteispenden haben frag ich mich ob da wirklich ein Subtext mitschwimmt der zum Abschluss eines Milliardenprojektes führt.

    Ist es nicht viel mehr der Skandal, dass die Prototypen nicht den Erwartungen entsprechen und trotzdem in die Fertigung gehen? Sollten diese Schützenpanzer in realen Krisen- und Kriegsgebieten eingesetzt werden, so ist der Gedankengang zur Sicherheit der eigenen Soldaten ein hochwertiges Eigenprodukt zu verwenden sicher sinnvoller als ein günstiges Modell des Nachbarn zu verweden. Jedoch sind 7Mio in ein unzuverlässiges Fahrzeug investiert nicht nur dumm, sondern auch ein unnötiges Risiko, dass dem ersten Gedankengang widerspricht.

    Ein weiteres Argument des Artikels war, dass damit eine Sicherung von heimischen Arbeitsplätzen und der Erhalt der heimischen Industrie einhergeht. Da denk ich mir doch:

    Der Erhalt der heimischen Industrie gegen das Leben von Soldaten.

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