USK vs. PEGI vs. alles Mist

erschienen am 21. September 2011 auf Militainment.info (www.militainment.info)

In Deutschland sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle – kurz USK – für Altersfreigaben von Videospielen. In anderen europäischen Staaten ist die Pan European Game Information – kurz PEGI – für den Jugendschutz zuständig. Nicht selten vergeben die Institutionen für dasselbe Spiel unterschiedliche Altersfreigaben – wie kommt das? Und sind Altersfreigaben in Zeiten des Internets überhaupt noch wirksam?

Die USK gibt es seit 1994 und hat seit ihrer Gründung über 30.000 Videospiele auf ihre Kinder- und Jugendtauglichkeit geprüft. Seit Mai 2008 firmiert die in Berlin ansässige Institution als „Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH“. Gesellschafter sind der „Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.“ und der „Bundesverband der Entwickler von Computerspielen G.A.M.E. e.V.“ – beides Lobbyorganisationen der Videospiele- und Computer-Industrie. Vor Veröffentlichung eines Videospiels in Deutschland muss es der USK – samt Lösungsweg – vorgelegt werden. Die Sichter der USK spielen das Spiel dann durch und bereiten eine Präsentation, in der sich beispielsweise Schlüssel-Szenen des Spielverlaufs befinden, vor. Weder die USK noch die Sichter geben eine Altersbewertung ab, sondern präsentieren das Spiel einem Prüfgremium. Das Gremium besteht aus vier Jugendschutzsachverständigen und einem Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB). Die Sachverständigen geben eine Empfehlung der Altersfreigabe ab, die der Vertreter der OLJB dann annehmen oder ein Veto dagegen einlegen kann. Wenn sich auf eine Alterseinstufung geeinigt wurde, wird dies dem Spiel-Hersteller von der USK mitgeteilt. Der Hersteller hat dann noch zweimal die Möglichkeit in Berufung zu gehen wenn er mit der Alterseinstufung nicht zufrieden ist.

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