Waffen für die Welt

erschienen in utopia (www.jugendzeitung.net) nummer 20 (Herbst 2011)

Ein Skandal! Im Juli wurde bekannt, dass die Bundesregierung den Verkauf von 200 Kampfpanzern aus deutscher Produktion nach Saudi-Arabien genehmigt hat. Die Medien rotierten. Zu Recht! Aber solche Rüstungsdeals sind eigentlich nichts Neues – Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur.

Wer sich kritisch mit der deutschen Rüstungsindustrie auseinandersetzt, die tödlichen Produkte kennt und die Berichterstattung in den Medien über militärische Konflikte und Aufstände bis hin zu Revolutionen in anderen Ländern verfolgt, wird immer wieder stutzig: War das nicht gerade ein Maschinengewehr von Heckler & Koch, mit dem der Demonstrant erschossen wurde? Waren das nicht Lastwagen von Mercedes-Benz, mit denen die Panzer an die Front gebracht wurden?
Der erste Vorfall geschah 2007 beim Aufstand der Mönche im südostasiatischen Myanmar. In der Militärdiktatur werden die Pistolen und Gewehre des deutschen Kleinwaffenherstellers Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar in Lizenz gefertigt. Der zweite Vorfall ist aktueller: 2009 und 2010 lieferte der deutsche Automobil- und Rüstungshersteller Mercedes-Benz 25 Panzertransporter, die im Werk Wörth am Rhein gebaut wurden, an den libyschen Diktator Gaddafi. Wie kann das sein?

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