Archiv für Dezember 2011

Gewerkschaften im Krieg

erschienen in der Direkten Aktion (www.direkteaktion.org) Nr. 208 – November/Dezember 2011

200 Kampfpanzer nach Saudi-Arabien, Mercedes-Panzertransporter nach Libyen und U-Boote nach Israel – deutsche Waffen sind ein weltweiter Verkaufsschlager. Die deutsche Rüstungsbranche kann sich seit 2005 rühmen, die Bundesrepublik hinter den USA und Russland auf Platz drei der waffenexportierenden Länder gebracht zu haben. Sogar ganze Waffenfabriken werden exportiert. Gleichzeitig streitet Deutschland für einen dauerhaften Sitz im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen. Mit einem Sitz in diesem Gremium könnte auch Deutschland neue militärische Konflikte beeinflussen. Die Rüstungsindustrie und Wirtschaftsliberale reiben sich bereits die Hände. Und sie sind nicht allein: Auch die IG Metall freut sich.

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Fotos in GEW-Broschüre

Die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ hat eine Broschüre zum „Einsatzgebiet Klassenzimmer – die Bundeswehr in der Schule“ veröffentlicht. Geschrieben hat die 44-seitige Broschüre der Journalist Jürgen Amendt, die zwölf Fotos darin stammen von mir.

Die Broschüre kann man hier kaufen oder hier kostenlos herunterladen.

Nummer 8 und 9

Etwas über ein Jahr nach Erscheinen gibt es – was mich sehr freut – zwei weitere Rezensionen meines Buchs! Auf kritisch-lesen.de schreibt Heinz-Jürgen Voß über das „An der Heimatfront“-Buch:

Wer über die aktuellen massiven Probleme der Bundeswehr bzgl. der Rekrutierung von Nachwuchs und über ihre Lösungsstrategien informiert sein möchte, kommt an Schulze von Glaßers Buch nicht vorbei.

Eine weitere Rezension gibt es auf Amazon. Dort gibt Simon Engelkes meinem Buch vier von fünf Sternen und schreibt:

Und obwohl ich viele Ansichten des stark pazifistischen Michael Schulze von Glaßer nicht unterschreiben würde (Die Verantwortung für Fehler der Bundeswehr / Neuen Wehrmacht kurz nach ihrer Gründung sind nicht der heutigen militärischen Führung in die Schuhe zu schieben und dass Bundeswehrzeitschriften Eigenwerbung aller erster Güte sind, hat noch nie jemand dementiert.) ist sein Buch ein informatives und lesenswertes Werk. Daumen hoch!

Sehr schön!

Krieg auf dem Rechner

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 14. Dezember 2011

Hintergrund. Videospiele gehören heute vor allem für junge Menschen zum Alltag – ­insbesondere auch solche mit militaristischem Inhalt

Kriegerische Tage in der virtuellen Welt: Vor kurzem erschien das Blockbuster-Videospiel »Battlefield 3«. Der Hersteller, das Unternehmen Electronic Arts, soll 100 Millionen US-Dollar für die Werbekampagne zum Spiel ausgegeben haben. Es gab über zwei Millionen Vorbestellungen. Die Fachwelt jubelte ob der realistischen Darstellung militärischer Einsätze in dem Spiel. Und die Konkurrenz steht schon in den Startlöchern: Im November 2011 erschien »Call of Duty: Modern Warfare 3« und wird Hersteller Activision wieder einen Milliardenumsatz einbringen. Auch die deutsche Spielergemeinde wird daran ihren Anteil haben. Laut einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung betrug der Umsatz mit Videospielsoftware in Deutschland 2010 insgesamt 1,86 Milliarden Euro – ein Wachstum von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über 22 Millionen Bundesbürger nutzen heute virtuelle Spiele.
Kritische Debatten drehen sich dabei oft nur um die Frage der dargestellten Gewalt. Welche politischen Aussagen die Spiele verbreiten, wird in der Öffentlichkeit kaum thematisiert. Dabei sind die in den Spielen erzählten Geschichten oft hoch brisant. Ebenso wie die Machenschaften der sie produzierenden Firmen.

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Friedenskundgebung in Kassel

In Kassel fand heute eine Kundgebung gegen den Export von – teilweise in Kassel produzierten – „Leopard 2″-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien statt.

Fotos von der Kundgebung, bei der auch Protestunterschriften an den Oberbürgermeister übergeben wurden, gibt es hier auf meinem flickr-Account.

utopia-Archiv

Von der Jugendzeitung utopia wird es erstmal keine neuen Ausgaben geben – das Projekt liegt auf Eis. Die Redaktion – von der ich ein Teil war – blickt auf 21 Ausgaben zurück. Damit diese auch für die Nachwelt erhalten bleiben habe ich alle utopia-Ausgaben (chronologisch von Nummer 1 bis 21) nochmal an dieser Stelle hochgeladen – einfach auf die Titelseite der jeweiligen Ausgabe klicken und das PDF öffnet sich – viel Spaß beim stöbern!











Bleibt tapfer! Wir sind weg…

- Dies ist die – vorläufig – letzte Ausgabe der utopia. Zum Abschied die kleine Geschichte der libertären Jugendzeitung -

Gerade hältst du die letzte Ausgabe der 2007 gegründeten Jugendzeitung utopia in den Händen. Eine von insgesamt etwa 2.076.400 utopia-Zeitungen [die Zahlen in diesem Text sind aktueller als die auf der utopia-Website], die im Laufe der Jahre gedruckt wurden. Nimmt man alle 21 Ausgaben zusammen, kommt man auf einen Gesamtauflage von etwa 391.300 Exemplaren. 112 unterschiedliche Seiten im „Berliner“ Zeitungsformat wurden von der utopia-Redaktion erstellt und in den Zeitungen abgedruckt. Nach der Statistik neugierig auf mehr Informationen über die utopia? Gerne!

„Kein Bock auf Bleiwüste? Kein Bock, jedes zweite Wort im Fremdwörterbuch nachschlagen zu müssen? Na gut, so schlimm ist die Graswurzelrevolution nicht…“, so begann im Frühjahr 2007 der in der libertären Monatszeitung Graswurzelrevolution (GWR) abgedruckte Aufruf zur Gründung einer neuen Jugendzeitung. Kurz darauf bekam das neue Zeitungsprojekt den Namen „utopia“. Mit der GWR waren wir von Anfang an fest verbunden. Am 22. Juli 2007 traf sich die Redaktion – damals drei Leute – erstmals, um die Jugendzeitung für eine gewaltfreie und herrschaftslose Gesellschaft zu basteln. Gleich bei dem Treffen in Münster wurde das noch in dieser Ausgabe zu sehende utopia-Logo entworfen. Außerdem wurde natürlich die erste Ausgabe geplant.

Die gedruckte Zeitung
Die erste Ausgabe der Zeitung erschien im September 2007 mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren – wie seitdem immer lagen rund 3.500 Zeitungen der vollen Auflage der GWR bei. Die restlichen Zeitungen gingen an Jugendzentren, SchülerInnenvertretungen, Infoläden, linke Gruppen und (Klamotten-) Versände, die die utopia auslegten bzw. ihren Bestellungen beilegten. Auch auf Demonstrationen wurde die Jugendzeitung verteilt. Die Resonanz war gut und die Auflage der zweiten Ausgabe kletterte schon auf 11.500 Stück. Scheinbar hatten wir sowohl inhaltlich als auch praktisch – die Jugendzeitung konnte kostenlos über die utopia-Website www.jugendzeitung.net bestellt werden – einen Nerv getroffen. Auch die Redaktion vergrößerte sich mit jeder Ausgabe – mehr als zehn Leute waren es aber nie. Die Auflage kletterte weiter bis auf 25.000 Exemplare. Auch die Erscheinungsweise änderte sich. Mit der dritten Ausgabe für Februar und März 2008 erschien die Zeitung nun alle zwei statt alle drei Monate. So ging es bis zur fünfzehnten Ausgabe weiter – dann kam die nächste große Änderung: die utopia wurde wieder eine Quartalszeitung, die Seitenzahl wurde dafür aber von bisher vier auf acht Seiten verdoppelt! So konnten wir Portokosten sparen und hatten im Jahresschnitt dennoch mehr Seiten zur Verfügung.

Das Online-Magazin
Damit konnte unser Schreibwille aber noch immer nicht gestillt werden. Neben der gedruckten Ausgabe wurde ein Online-Magazin aufgebaut. Die einfache weiß-pinke utopia-Website musste im April 2008 einer schicken weiß-blau-grauen mit integriertem Online-Magazin weichen. Mit einigen Ausnahmen schafften wir es, etwa alle drei Tage einen neuen Artikel auf die Seite zu stellen. Hinzu kam die gedruckte Ausgabe, die von Beginn an komplett online zu lesen war. Auch heute noch könnt ihr dort alle Artikel nachlesen. Anfang 2010 gab es dann eine weitere Umstellung der Website – nun ist sie violett und etwas moderner gestaltet. Auch twitter, MySpace, Facebook sowie Schüler- und StudiVZ blieben nicht vor uns sicher.

Die Krisen
Es gab aber auch Schattenseiten. Das Online-Magazin wurde im Januar 2010 eingestellt, da die Redaktion zu klein wurde und wir uns entschlossen, uns auf die gedruckte Zeitung zu konzentrieren. Als die utopia gerade drei Jahre alt wurde, traf uns (doch relativ unerwartet) ein Schock: durch hohe Druck- und vor allem Vertriebskosten hatten wir mit den letzten Ausgaben (Nummer 17 war gerade erschienen) ein dickes finanzielles Minus gemacht. Wie immer standen uns die Freund_innen der Graswurzelrevolution, die auch das Konto der utopia verwalteten und die Buchführung machten, hilfsbereit zur Seite. Sie trugen die Schulden mit – bei der utopia musste sich aber etwas ändern. Bisher konnte die Zeitung kostenlos abonniert werden. Die vierstelligen Druck- und Vertriebskosten konnten mit Anzeigen und Spenden aber nicht mehr gedeckt werden. Daher sollten die Abonnent_innen (mit Ausnahmen) nun zumindest die Vertriebskosten selbst zahlen. Unseren bisherigen Abo-Stamm gaben wir auf, weshalb die Auflage auf 14.000 bzw. 13.000 sank.

Mit der schwindenden Auflage sank bei vielen Redaktionsmitgliedern auch die Motivation. Einige verließen die Redaktion, andere hielten den Betrieb gerade so aufrecht. Zudem hatten und haben viele utopia-Redakteur_innen mittlerweile neue Projekte. Nur noch wenige Leute sind heute wirklich bei der utopia aktiv. Richtig arbeitsfähig waren wir in den letzten Monaten nicht mehr. Daher nun das Ende des Projekts.
Wir sind traurig und blicken wehmütig, aber auch zufrieden auf die 21 Ausgaben utopia zurück. Wir haben „utopia“ zwar nicht erreicht, doch mit den Zeitungen hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken gebracht und ihnen so eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft nahegebracht. Wir hatten dabei trotz einiger Hürden viel Spaß! Und wer sagt, dass es die utopia nicht irgendwann wieder geben wird? Reanimation möglich!

Die utopia Redaktion

Zeitung machen für Dummies

erschienen in utopia (www.jugendzeitung.net) nummer 21 (Winter 2011)

Die utopia macht dicht – doch Medienvielfalt ist wichtig. Jetzt seid ihr dran!

Bevor du beginnst deine eigene Zeitung zu machen, musst du dir erst einmal viele Fragen beantworten: Wen willst du mit der Zeitung erreichen? Über welche Themen soll berichtet werden? Wie viele Leute sind für das Projekt nötig? Wie wird es finanziert? Wie oft soll die Zeitung erscheinen? Und wie wird sie vertrieben? Wenn du zum Beispiel mit deiner politischen Jugendgruppe eine Zeitung für euren Ort machen willst, reicht es anfangs sicherlich erst einmal aus, regelmäßig ein doppelseitig kopiertes DIN A4- oder A3-Blatt als Zeitung herauszugeben. Das sollte aber möglichst regelmäßig – also beispielsweise immer am Monatsanfang – passieren. Die Kosten sind dabei gering und die Zeitungen können einfach in die Briefkästen gesteckt werden. Anders ist es da bei einer Zeitung mit breiter Verteilung wie der utopia – da braucht es schon eine gewisse Vertriebs- und Finanzierungs-Struktur. Egal was du planst, folgende Tipps können bei deinem Zeitungsprojekt helfen.

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Bundeswehr-Spiele

erschienen am 7. Dezember 2011 auf Militainment.info (www.militainment.info)

Für Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung nutzt die deutsche Armee auch das Mittel der vor allem bei jungen Menschen beliebten Videospiele. Ein Überblick.

„Helicopter-Mission“ war der Name des ersten von der Bundeswehr veröffentlichten Computerspiels anno 1994. Im Spiel wurden – entsprechend der damaligen gesellschaftlichen Diskussion um out-of-area-Einsätze – von den Spielern mit Bundeswehrhubschraubern ausschließlich Hilfs- und Rettungsmissionen geflogen. Das Ganze erschien in einer 2D-Grafik. Die Veröffentlichung des Spiels zur Diskussion um eine Neubestimmung der Rolle der Bundeswehr war kein Zufall: In Helicopter-Mission wurde explizit auf die neuen Aufgaben und Strukturen der Bundeswehr Bezug genommen. Jugendoffiziere (Werbesoldaten der Bundeswehr) verteilten das Spiel damals kostenlos an Jugendliche. Es gab eine DOS-Version und eine Version für das Computersystem Amiga – für damalige Verhältnisse soll das Computerspiel sehr reizvoll gewesen sein, heute läuft es auf modernen Computern nicht einmal mehr.

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„Truppen raus aus Afghanistan“

Am 3. Dezember 2011 demonstrierten in Bonn tausende Menschen für einen Abzug der Bundeswehr- und NATO-Truppen aus Afghanistan. In der ehemaligen Bundeshauptstadt fand in den Tagen der „Petersberg II“-Gipfel der kriegführenden Staaten statt.

Die Großdemonstration habe ich mit der Kamera – oder besser mit den Kameras – begleitet und die Fotos nun hier bei flickr hochgeladen.