Blut und Ehre für das deutsche Vaterland?

erschienen als „IMI-Standpunkt 2012/010″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Es soll sich wieder lohnen, für Deutschland zu sterben. Dazu soll es nach Willen des Verteidigungsministers bald einen „Veteranentag“ geben.

Die Bundeswehr soll schrumpfen, die Zahl der Auslandseinsätze soll aber zunehmen: heute kann die deutsche Armee 7.000 Soldaten dauerhaft im Ausland unterhalten, bald sollen dauerhaft 10.000 Bundeswehr-Soldaten die Interessen Deutschlands in aller Welt militärisch sichern.[1] Seit Jahren betreiben Bundesregierung und Verteidigungsministerium eine Expansion deutscher Militärinterventionen im Ausland. Der Ernstfall Auslandseinsatz ist zum Normalfall geworden. Doch was Politiker einfach beschließen, ist in der Bevölkerung umstritten: tote und traumatisierte deutsche Soldaten verkaufen sich schlecht. Die Zustimmung zu Kriegspolitik und Auslandseinsätzen wie dem in Afghanistan ist gering. Die Politik reagiert auf die mangelnde Popularität militärischer Einsätze und des „Soldatenberufs“ mit der Etablierung eines neuen Heldenkults um deutsche Soldaten: sterben für das Vaterland soll sich wieder lohnen.

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