Archiv für April 2012

Für friedliche Forschung

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 27. April 2012

An immer mehr Universitäten gründen sich Initiativen gegen Militärprojekte. Bundesweit gut vernetzte Bewegung macht mit Aktionen Anfang Mai für eine Zivilklausel mobil

Die Militarisierung von Forschung und Lehre nimmt ohne Zweifel zu«, konstatiert Dr. Dietrich Schulze. Er weiß, wovon er spricht. Der Ingenieur war von 1966 bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 1984 bis 2005 Betriebsratsvorsitzender des Forschungszentrums Karlsruhe. Die Einrichtung ist 2009 im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) aufgegangen: War Militärforschung für das Forschungszentrum noch verboten, ist sie in der neuen Einrichtung erlaubt – und wird sogar aktiv betrieben. »An der Universität werden kognitive, intelligente Landfahrzeuge entwickelt«, so Schulze. Etwa zehn Millionen Euro sollen in die Erforschung der Fahrzeugdrohnen gesteckt werden. Die abgewählte baden-württembergische CDU-Landesregierung verneinte auf damalige Oppositionsanfrage zwar jegliche militärischen Zwecke des Projekts, in der Steuerungsgruppe sitzen laut Recherchen der Militärforschungsgegner aber zwei ausgewiesene Rüstungswissenschaftler – einer kommt direkt von der Bundeswehr-Universität in München, der andere ist in Personalunion Uni-Instituts­leiter und Chef eines militärisch forschenden Fraunhofer-Instituts.

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Armeewerbung für Mädchen?

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 26. April 2012

Ralf Willinger ist Kinderrechtsexperte beim Kinderhilfswerk »terre des hommes«

Herr Willinger, heute findet der Mädchenzukunftstag »Girls’Day« statt, bei dem junge Frauen in typische Männerberufe reinschnuppern können. Die Bundeswehr ist dabei einer der größten Anbieter von …

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»Der Teppich wurde mit Ketchup verschmutzt«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 14. April 2012

- Protestaktion vor einem Messestand der Bundeswehr hat jetzt ein gerichtliches Nachspiel. Ein Gespräch mit Anna Sander -

Anna Sander ist aktiv beim »Offenen Treffen gegen Krieg und Militarisierung« in Stuttgart. Sie steht jetzt vor Gericht, weil sie gegen die Bundeswehr demonstrierte

Im Februar vergangenen Jahres fand in Stuttgart die »didacta« statt – mit knapp 100000 Besuchern die größte Bildungsmesse Europas. Wie jedes Jahr gehörte auch die Bundeswehr zu den Ausstellern. Sie haben dagegen protestiert und wurden prompt festgenommen – jetzt steht der Gerichtsprozeß an. Weshalb eigentlich?

Mir und meinem Mit­angeklagten wird vorgeworfen, bei unserer Aktion in drei Fällen Uniformen und den Teppich des Bundeswehr-Messestandes mit Ketchup verschmutzt zu haben. Wir haben uns auf den Boden vor dem Stand gelegt und wollten mit dem Ketchup das Blut von Kriegsopfern symbolisieren. Dazu haben wir über einen Lautsprecher auch noch Töne von Explosionen und Gewehrschüssen abgespielt. Der bei unserer Aktion entstandene Sachschaden durch die Ketchup-Flecken soll sich auf 100 Euro belaufen.

Wie hat die Bundeswehr denn auf die Aktion reagiert?

Im Raum Stuttgart kommt es auf Messen fast immer zu Aktionen gegen Werbestände der Bundeswehr. Von daher war der Protest für deren Offiziere sicher nicht ganz überraschend. Zudem schien es mir, daß die Polizei schon bereitstand, sie war nämlich sehr schnell an Ort und Stelle. Auch die Feldjäger haben sofort eingegriffen und versucht, die Aktion zu unterbinden.
Die Bundeswehr kann mit Kritik nicht umgehen, deshalb muß sie wohl zu solchen Mitteln greifen. Dennoch konnten wir auf der »didacta« einige Zeit einen Gegenpol zur Armeepropaganda bilden. Unsere Gruppe hat aber dann Hausverbot für den gesamten Bereich der Messe bekommen und sich auch entfernt. Ich und eine weitere Person wurden aber von der Polizei festgehalten und sogar zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit auf die Wache genommen – scheinbar suchten die Beamten irgend jemand, den sie für diese Aktion verantwortlich machen können.

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Vom Videospiel zum Schießsimulator

erschienen am 9. April 2012 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Videospiel-Produzenten werden zunehmend in der Rüstungsbranche tätig -

„Crytek“ ist eines der erfolgreichsten Software-Unternehmen in Deutschland. 1999 von den drei türkischstämmigen Brüdern Faruk, Avni und Cevat Yerli in Coburg gegründet, beschäftigt das Unternehmen mit heutigem Sitz in Frankfurt am Main mittlerweile 600 Mitarbeiter rund um den Globus. Mit First-Person-Shootern wie „Far Cry“ und „Crysis“ erlangte Crytek weltweite Bekanntheit.

Vom Anfang 2011 erschienenen „Crysis 2″ wurden über 3 Millionen Exemplare verkauft. Vor allem die von der Softwarefirma entwickelte Spiel-Engine – die visuelle, akustische sowie physikalische Darstellung im virtuellen Raum – wird sowohl bei Spielern als auch in der Fachwelt viel gelobt. Im vergangenen Dezember wurde Crytek der Deutsche Entwicklerpreis 2011 in der Kategorie „Gamestechnologie“ verliehen. Der Preis wird vom NRW-Medienministerium und der Filmstiftung-Nordrhein Westfalen vergeben. Das ausgezeichnete CryEngine genannte Videospiel-Grundgerüst reicht nah an die Realität heran. Die Software ist so gut, dass sich nicht nur andere Videospiel-Hersteller dafür interessieren – auch das Militär gehört heute zum festen Crytek-Kundenstamm.

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Ostermarsch in Kassel

Rund 600 Menschen nahmen heute trotz schlechten Wetters am traditionellen Ostermarsch der Friedensbewegung im nordhessischen Kassel teil. In zwei Demonstrationszügen bewegten sich die Kriegsgegner zum Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Meine Fotos von der Aktion gibt es hier zu sehen!

M31 in FfM

Rund 5.000 Menschen demonstrierten am 31. März 2012 in Frankfurt am Main gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem.

Der Protest in der Bankenmetropole fand im Rahmen des europäischen Aktionstags gegen Kapitalismus – kurz „M31″ – statt. In etwa vierzig weiteren europäischen Städten gab es Protestaktionen. Meine Fotos von der antikapitalistischen Demonstration in Frankfurt gibt es hier.